Kategorie: #dasSMACC

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#dasFoam das Interview

Wir haben alle schon von Chris Nickson, Roger Harris, Oli Flower, von Ashley Liebig oder Victoria Brazil gehört. Namen, die in der englischsprachigen FOAM-Gemeinschaft eine wichtige Rolle spielen. Doch wer sind diese Menschen? Auf dem dasSMACC ist es mir gelungen, mit einigen von ihnen ein kurzes Interview zu führen, sie erklären darin kurz woher sie kommen, was für eine Ausbildung sie haben, wie sie zu FOAMed gekommen sind und was für eine Motivation sie antreibt. Zusätzlich habe ich sie noch gefragt ob sie uns, der noch recht jungen deutschsprachigen FOAMed-Gemeinschaft, irgend etwas sagen wollen, ob sie Empfehlungen an uns haben. Die Fragen waren für alle gleich.

Die Interviews sind wörtliche Transkriptionen, die ich hier im Original und in der Übersetzung veröffentlichen werde. Die Interviews wurden zum Teil mit dem Handy aufgenommen, dementsprechend ist die Qualität ausbaufähig. Wir arbeiten noch an einer Möglichkeit auch die Aufnahmen selber hier zu veröffentlichen.

Und nun das erste Interview, das ich bei dasSMACC mit Chris Nickson führen durfte:

1) Wie heißt du, wo kommst du her und was machst du beruflich?

Also, ich heiße Chris Nickson. Ich bin sowohl Notfall- als auch Intensivmediziner. Ich bin ein Neuseeländer der in Melbourne, Australien lebt und ich arbeite dort im Alfred Krankenhaus auf der Intensivstation.

2) Wie bist du zu FOAMed und SMACC gekommen / ist das dein erstes SMACC?

Also das ist meine Geschichte: Ich denke, ich war von Anfang an dabei. Ich habe damit angefangen Blogs und ähnliche Beiträge zu verfassen. Dabei ging es mir zuerst darum, selber zu lernen. Zu der Zeit war ich Assistenzarzt in klinischer Toxikologie, ein Fach mit dem man nicht so oft zu tun hat. Und ich dachte ich habe dieses tollen Ausbilder und Mentoren. Ich fing an Fälle zu sammeln und ähnliches und teilte das mit andern. Einer meiner wichtigsten Mentoren war Mike Cadogan, der lifeinthefastlane.com gegründet hat und wir haben uns zusammen getan und wurden so zum lifeinthefastlane-Team. Das wahr so ungefähr vor 8 Jahren.

3) Worauf begründet sich deine Motivation für FOAMed?

Ursprünglich war es für mich selber zum lernen, aber auch um einiges von dem was ich gelernt hatte mit anderen zu teilen. Wie sich herausgestellt hat, bringt das viele Vorteile. Man fängt an auch von seinen Freunden und Kollegen zu lernen. Und aus dieser Idee heraus wurde SMACC geboren. Zusammen mit Roger Harris und Oli Flower bin ich einer der Initiatoren von SMACC und der foamed-Bewegung. Diese virtuelle Gemeinschaft wurde immer größer und wir schufen dafür eine reale, physikalische Begegnungsstätte und irgendwie verselbstständigte sich das alles und wurde zu dem was es heute ist.

4) Wenn du einen Vortrag hattest, könntest du bitte das Thema und die Kernbotschaft zusammenfassen?

(Anmerkung: Entfällt)

5) Denkst du, dass FOAMed die Zukunft bedeutet? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum?

Ja, ich denke es wird auf jeden Fall eine Zukunft haben und wird zweifelsfrei einen wichtigen Platz darin einnehmen. Aber ich denke es geht da vor allem darum, dass Wissen frei verfügbar sein muss. Jeder verbindet Wissen und wir sehen immer mehr die Kraft die in dieser Verbindung und in der Vernetzung von verschiedenen Menschen in der ganzen Welt hat. Zusammenarbeit ist das, was SMACC eigentlich ausmacht. Aber da ist mehr als FOAM. FOAM ist nur eine Ergänzung in der medizinischen (Aus- und Weiter-) Bildung. Wir machen alle bald schon andere Dinge die gut sind im Bereich der medizinischen Bildung. Man braucht einen bedside Mentor (Anmerkung: Einen direkt verfügbaren Mentor/Ausbilder). Es ist gut Dinge/ Ideen aus FOAM zu nehmen, über dieses Dinge dann mit eigenen Experten zu besprechen und zusehen, ob die Dinge in der eigenen Umgebung funktionieren und sie in den eigenen Kontext zu bringen.

6) Gibt es irgendetwas, was du der deutschen FOAMed-Gemeinschaft sagen, mitgeben möchtest?

Ja gerne! Einer der Gründe warum wir SMACC nach Deutschland gebracht haben ist, dass wir wirklich gerne mehr Europäer sehen würden, die sich in der FOAM-Gemeinschaft beteiligen. Und wir würden gerne mehr Deutsche aktiv sehen, vor allem vor dem Hintergrund, dass in Deutschland gerade eine ganz neue Spezialisierung in der Notfallmedizin stattfindet. Und wir würden uns freuen, wenn dieses Konzept der Verknüpfung von Notfallmedizin und Intensivmedizin erfolgreich ist. Also, beteilige dich, es hängt ganz davon ab, was du hinein tust. Und es wird hoffentlich, du weißt, du lernst, du teilst dein Wissen und wirst inspiriert ein besserer Arzt zu sein und dich besser um deine Patienten zu kümmern. Mach es einfach!

Und hier im Original:

1) What’s your name, where are you from and what’s your profession?

So, my name is Chris Nickson, I‘m a dual trained emergency physician and intensivist. I’m a New Zeelander who lives in Melbourne, Australia, and work at the Alfred intensive care unit there.

2) How did you come to FOAMed and SMACC / is this your first SMACC?

So, my story is – I guess I was there at the beginning. I first started writing blogs and things like that more for my own learning when I was a toxicology registrar. So clinical toxicology is not something people get exposed to very often. And I thought I had these great teachers and mentors. I start sorting some cases and stuff like that and share that with other people. And one of my key mentors was Mike Cadogan, and he founded the original lifeinthefastlane.com and then we joint together to become basically the lifeinthefastlane team. And so that was probably 8 years ago or something like that.

3) What is yor motivation of doing FOAMed?

The motivation to do FOAMed is: originally it was much for my own learning and also just sharing some of the things I was learning with other people. And it turns out that that’s very powerful. And then you can start learning from your other friends and colleagues. And SMACC really grew out of that. So together with Roger Harris and Oli Flower I was one of the originators of SMACC and that kind of an idea we had, this virtual community grown up and we have a physical meeting place for and then it come a kind of crazy.

4) If you had a talk, could you please state the theme and the keypoint(s)?

(Anmerkung: Enfällt)

5) Do you think FOAMed is the future and if yes: Why? And if not: Why not?

Yeah, so I think it definitely is gone be part of the future and it will be, no doubt, involved. But I think this is idea that facts is basically free. Anyone connects information and increasingly we gone see the power of these connections with different people around the world. Collaboration, that’s how something like SMACC is actually accrued. But this gone be more to them foam. Foam is just an adjunct medical education. We soon gone do other things: simulation, and all the other stuff that good in medicine. You need a bedside mentor. It’s good to take stuff you’ve got from foam, talk about it with the experts you’ve got, see whether it works in your own environment, put it in context.

6) Anything you would like to say / advise to the German FOAMed-community?

Yes, so definitely: So one of the reasons we brought SMACC to Germany is we really think we like to see more Europeans get involved in the foam community and we loved to see more Germans get involved and in particular we are at the birth of a whole specialty in Germany and we want to see this concept of emergency medicine in the interface with critical care really take off. So get involved, it is whatever you put into it. And, it will hopefully, you know, you learn, you share stuff and be inspired to be better doctors, take better care of your patients. Just do it!

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#dasSMACC Tag 1

Es ist los gegangen – und wie!

Eingeleitet von einem beeindruckenden Tanz- Ballet mit spezieller Choreographie zur Eröffnung kamen dann nicht unendlich viele Reden in schlechtem Englisch oder mit schwierigen Themen sondern nur eine kurze Vorstellung  – erfreulich unprätentiös – von den SMACC-Gründern Roger Harris, Chris Nickson und Oli Flower. (FL)

HansvanSchuppen
„#SMACC is a reunion of friends who have never met before.“ – Chris Nickson @precordialthump #dasSMACC pic.twitter.com/bucRu4731A
27.06.2017, 08:40

Wir wollen Euch nun in mehren Posts durch die drei Kongress- Tage führen. Dies sind gemeinschaftliche Posts einiger aktiver Autoren von dasFOAM und unsere Meinungen und Eindrücke sind nicht durchgehend übereinstimmend, so daß wir die Sektionen mit Namenskürzeln markiert haben. Womit wir bestimmt alle übereinstimmen ist, daß es eine solche Konferenz zu medizinischen Themen in Deutschland noch nicht gegeben hat und die Performance, die Gemeinschaft und der Wunsch das Richtige für unsere Patienten tun zu wollen und dabei gesund zu bleiben, uns alle in Sinne von SMACC eint. Bitte lest selbst! (JU)

Die erste Session war das prestigeträchtige John-Hinds-Plenary und konnte bis auf den hervorragendenen Alex Psirides und seinen Vortrag zur End of Life – Diskussion mich nicht so richtig überzeugen. (FL)

_NMay
We do plenty of things that are fun for us – and not so much fun for patients #WeNeedToTalkAboutDying #dasSMACC @psirides pic.twitter.com/tPbpZDU0YB
27.06.2017, 10:15

Auch wenn gleich im ersten Vortrag bereits mit mächtig Wumms eine futuristische, präklinische Rettungsmaßnahme mit Realtime-Bild- und Vitalzeichen-Transfer inszeniert wurde. Aber richtig neu war es nicht, zumindest für mich nicht. (FL)

Auf jeden Fall aber aufregend für dasFOAM.org : Autorin @ahueb (seit dasSMACC auch Teil des Vorstands) war als einzige Deutsche überhaupt in den Sessions auf der Bühne vertreten – mal abgesehen von Walter Eppichs Wurzeln: als Twitter-Moderatorin im John Hinds Plenary. (DD)

In der zweiten Präsentation erzählte Jessica Mason die Geschichte von Jonathan. Mit Einsatz aller möglichen Technik und doch nur einen iPad im Arm stand sie in der Mitte der Arena und choreographierte originale Tonaufnahmen, Video-Eindrücke und schwermütige Musik, um die letzten Wochen eines final Kranken dem Auditorium nahe zu bringen. Die emotionale Reise sollte als Transportmittel dienen, um jedem ins Gehirn zu brennen, dass Sichezell- Anämie nicht kurativ behandelbar ist. Jonathan erfuhr in seiner Krankengeschichte, ihrer Meinung nach, nicht ein palliatives Therapie- Konzept, wie es notwendig gewesen wäre. Manch Einer war das „zu amerikanisch“ und „zu sehr auf die Tränendrüsen gedrückt“, aber die Message ist rübergekommen. Chapeau für den Vortrag. (JU)

Für mich war dieser Ansatz aber insofern spannend, als – wie angekündigt – ein medizinisches Thema ausgehend von einer Patientenperspektive vorgetragen wurde. Nimmt man das als den Versuch einer reinen Wissensvermittlung über Sichelzellanämie, wäre es eine recht selten genutzte, aber effektive und ganz gut umgesetzte didaktische Methode. Zugegeben, es waren nicht viele Facts eingestreut, aber es gab sie, und zwar nicht bloß erklärend, sondern gewissermaßen als roten Faden. Man stelle sich vor, in der Anästhesievorlesung über Kinderanästhesie kommen O-Töne eines Kindes vor, die Fragen, die es vor der OP stellt, die Sache mit dem Luftballon, der Feuerwehr- oder Pilotenmaske. Dazu dann die eigentlichen Facts zu Prämedikationvisite, Gerinnungsfragebogen, präoperativem Fasten, Sedierung ja/ nein, vielleicht EMLA-Pflaster, Eltern in der Einleitung, Präoxigenierung, FRC bei Kindern, Masken- vs iv-Einleitung…

Unabhängig von der dramaturgischen Umsetzung, und über die Immersion in die einmalige SMACC-Atmosphäre hinaus, war es als „Undergrad Meducator“ sehr spannend, über den Konferenzverlauf ein paar solcher innovativen Formate kennen zu lernen, die auch in der wissenschaftlichen und akademischen Wissenspräsentation und -vermittlung „zu Hause“ ihren Platz haben könnten. Würde ich gern selbst mal ausprobieren. Werde mich auf die Suche machen. (DD)

Einen interessanten Aspekt von „Stimmen in meinem Kopf“ brachte Sara Gray. In ihrem Vortrag ging es nicht um psychatrische Patienten, wie wohl jeder erwarten würde, nein – es ging um die Stimme im Kopf, die sich meldet, wenn man unter Druck sein Selbstbewustsein verliert und andauernd nur daran denkt, wie schlecht man gerade ist und wie schlimm alles noch werden könnte. Sie schilderte einen Fall von schwierigen Atemweg, den sie beheben wollte und zu dem unglücklicherweise „jeder, der bei einem schwierigen Atemweg helfen kann“ zur Hilfe gerufen wurde. Die Menge an Kollegen, die erschienen, machten die Situation für sie auch nicht besser…Um die eigene Resilienz zu stärken empfiehlt sie regelhaft positiv mit sich selbst zu sprechen und Phrasen zu haben, mit denen man sich Mut zusprechen kann, wenn etwas nicht so läuft, wie gewünscht. (JU) Sie empfahl auch, sich „failure friends“ zu suchen, Gesprächspartner, mit denen man offen seine (gefühlten) Niederlagen besprechen kann.   (DD)

Die zweite Session wurde dann schon erheblich klinischer:

Rinaldo Bellomo hat sich einmal unser Weltbild von der Physiologie vorgeknöpft, um dann der Reihe nach liebgewonnene Wahrheiten zu zerlegen. Großartig. Und schafft es im Vorbeigehen einen SMACC Klassiker hin zu bekommen: Warum den Patienten nicht Eiswürfel auf die Eier legen?

ercowboy
@79ka2011 Rinaldo Bellomo coins a #dasSMACC classic: „physiologic masturbation.“ Why not just put ice chips on pts. balls?
27.06.2017, 11:10

Die Lektionen aus den Toden ihrer 4 Hunde aus der Kindheit hat Resa Lewiss in „four tragic dog deaths: lessons in program design und development“ eindrücklich und auch unterhaltsam verarbeitet, um uns Hilfe bei unseren Projekten im Alltag zu geben.

hotSahs
Using the loss of four family dogs as a platform for discussing program/project design. #dasSMACC pic.twitter.com/jRisXRYAGl
27.06.2017, 11:17

Abgesehen von einer kaum verschleierten Werbung zum Ultraschall einer speziellen Firma sowie einem unterhaltsamen, aber nicht so wirklich erhellenden Battle zu Ketamin kam dann doch noch ein Highlight: David Carr und Endocarditis will f#&k you up.

srrezaie
Think Endocarditis if… Fever + Valve Replacement Fever + IVDU Fever + Cancer (AdenoCa) Fever + Lupus #dasSMACC
27.06.2017, 12:10

Der Rest der Session war dann nicht ganz so neu, aber Paul Youngs p-Value-bashing ist einfach gut und wichtig. Gab es aber so ähnlich schon in SMACCdub, davon sollte man tatsächlich mehr haben.

Der Vormittag ist dann mit einer mehr oder weniger sinnvollen Simulationseinheit ausgeklungen. Wenn man Sim macht, hat es einem nichts gebracht (zumindest aktuell nicht erkennbar), wenn man keines macht, hat man es vermutlich nicht so richtig verstanden bzw. es einen nicht davon überzeugt das zu ändern.

Der Nachmittag begann mit Diana Egerton-Warburton und ihren Erfahrungen mit Alkohol-induzierten Vorstellungen in der Notaufnahme, sowohl aus der aktiven (Alkoholiker) wie aus der passiven (Opfer von Gewalt ausgelöst durch Alkohol) Perspektive, ein Problem, das wir alle kennen. (FL)

Dass wir zu Weilen an die Grenzen von evidenz- basiertem Wissen stoßen, versuchte Michelle Johnson in ihrere Präsentation „In honor of the Clot (Consider the Lobster)“ darzustellen. Wie behandelt man gerinnungstechnisch eine rTPA- induzierte Blutung? Wir wissen offensichtlich nicht einmal genau, was rTPA wirklich macht. Die Komplexität des Gerinnungssystems übersteigt derzeit unser wissenschaftliches Verständnis. Und klinische Trails gibt es auch keine, geschweige denn spezifische Medikamente, die den unspezifischen Faktor rTPA wieder ausschalten. Am Schluß bleibt nur die Gießkanne (interessanterweise im englische als „sink“ = Ausguß bezeichnet), mit dem Einsatz aller erdenklicher Mittel, wie FFP, Fibrinogen, TXA, um die Blutung zu stoppen. Was man dadurch aber an Gerinnungssystem macht, weiß auch keiner… (JU)

Untern Strich muss man sagen, dass der Fokus auf der Gemeinschaft und der Kunst der Präsentation lag. Für jemanden, der hauptsächlich medizinische Inhalte erwartet hatte, mag das irritierend gewesen sein. Dabei muss man aber wissen, dass die meisten extrem- medizinischen Themen in den letzten Jahren auf SMACC durchdiskutiert wurden und das besondere, was SMACC ausmacht, auch den Kult um Performance bei der Wissensvermittlung beinhaltet. Insgesamt wurden mehr „Meta-Themen“ in den Vordergrund gestellt. Die Organisation der Konferenz mit einer Bühne vor 2500 Teilnehmern musste natürlich alle in gewisser Weise mitnehmen. Bei einem so heterogenen Publikum vom Student- volonteer bis zum Hochschulprofessor kann man nicht optimal medizinisches Wissen vermitteln. Ich denke deshalb ging es auch zu vorderst um „wie fühle ich mich“ z.B. unter Druck oder bei end-of-life- Entscheidungen. Deshalb war sicher auch ein großes Thema Simulation, welches sich auch mit dem SIM- house und den dazugehörigen Vorträgen durch alle drei Kongresstage zog. (JU)

…to be continued…

 

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