Der weltweit verbreitete und auch in der Notaufnahme vom dasHOSPITAL genutzte HEART Score ist ein extrem einfaches, gut nutzbares Risikostratifizierungstool für unspezifischen Brustschmerz. Wie der eine oder die andere mitbekommen hat, sind wir nicht sehr glücklich mit dem Ausdruck Brustschmerz. Erstens haben das die Kardiologen für sich vereinnahmt (und nur ein Bruchteil der Brustschmerzpatienten sind kardiologisch, im Gegenteil, an der Pneumonie sterben viel mehr Patienten), zum anderen machen wir unglaublich viele Patienten kränker als sie eigentlich sind.

Grandios wäre in der Situation ein Tool um die low risk-Patienten in der Notaufnahme rasch und zuverlässig zu identifizieren, und diese dann zügig und mit ausreichend Informationen zu entlassen. Wie schon angedeutet, das Tool gibt es, und es heisst HEART-Score. 3 Punkte oder weniger und der Patient kann zügig nach Hause – und das sogar bei möglicherweise positiven Troponin.

Weil dieses Tool mittlerweile extrem gut validiert ist, und vermutlich eher Risiko überschätzt, ist das Team von dasFOAM so überzeugt davon, dass wir dieses Projekt auch persönlich unterstützen. Dazu haben Barbra Backus (die Erfinderin und Mastermind), Will Niven (Notfallmediziner aus London und ebenfalls Experte für Brustschmerz) und das Team von dasFAOM ein Video gedreht, um dieses einfache und effektive Werkzeug für euch dar zu stellen.

Dieses Video erklärt dir das Grundprinzips des HEART SCORE zur Risikostratifizierung bei Brustschmerzen, wie du ihn berechnest und wie du ihn in deinen Alltag in eurer Notaufnahme integrieren kannst.

 

Dieses Video erklärt dir komprimiert, wie du den HEART SCORE berechnest und wie du ihn in deinen Alltag integrieren kannst.

 

Um dieses praktische Werkzeug immer dabei zu haben, gibt es hier einen Downloadlink zu einer Zusammenfassung und Kitteltaschenkarte, die ihr immer dabei haben könnt. Optimalerweise auf A6 ausdrucken und laminieren. Alternativ gibt es den HEART Score bereits in die verschiedenen medizinischen APPs integriert (MDcalc, QX Calculate).

20190906 Handout HEART score.png

 

Literatur unter:

https://www.heartscore.nl/

https://www.rcemlearning.co.uk/foamed/heartsperanto-a-common-language-for-chest-pain-risk-stratification/

Wer noch Anregungen oder andere Meinungen hat, immer gerne: Meldet euch auf Twitter: @_dasFOAM oder kommentiert auf Facebook oder auch hier unten.

Wie immer gilt: der Einzelfall entscheidet, die genannten Empfehlungen sind ohne Gewähr, die Verantwortung liegt bei der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt. Wie alle unsere Artikel behandelt auch dieser eine notfall- bzw. akutmedizinische Situation, nicht die Versorgung auf Station oder in der Hausarztpraxis.

ACHTUNG: Es gibt von der europäischen Gesellschaft für Kardiologie einen HEART Score, dieser behandelt aber das kardiovaskuläre Risikoprofil und ist nicht frei verfügbar (Registrierung notwendig). Das ist etwas anderes, und wir bedauern, dass hier zwei gleich lautende Scores mit (fast) gleichen Gebiet existieren, daher bitte aufpassen.

Posted by felixlorang

EM Doctor and murse, cardiologist. Ultrasound buff, three daughters, heart attack in the making. Meine Meinung repräsentiert nicht meinen Arbeitgeber, ich bin hier aus Überzeugung, aber nicht notwendigerweise im Recht.

One Comment

  1. Hallo,

    guter Beitrag. Gleich mal zum HEART SCORE eine Mindmap erstellt, siehe http://kleinhirn.eu/category/medizin/

    Grüße

    Dr.Kleinhirn.eu

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