Kategorie: Sono

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#dasSMACC day 0

#dasSMACC beginnt – wir wollen darüber berichten!

Vor dem richtigen Start gab es am heutigen Montag eine ganze Reihe an Workshops. Einige von uns waren da und wir wollen unsere ersten Eindrücke und Erkenntnisse mit der #dasFOAM- Welt teilen.

Workshop “LET’S TALK ABOUT IT”: EFFECTIVE DEBRIEFING FOR HEALTHCARE SIMULATION

Für mich war von Anfang an klar, daß ich Victoria Brazil sehen wollte. Ihre Präsentationen auf den SMACC Konferenzen, die ich auf Podcasts gehört hatte, fand ich immer am besten, und ihre empathischen Vorstellungen, wie bei der Diskussion um „tribes in medicine“ von smaccgold waren tolle Besipiele für team-building aus den verschiedenen Fachbereichen mit dem gemeinsamen Ziel, interdisziplinär Notfallpatienten zu retten. Simulation und gerade das Debriefing bieten ideale Bedingungen, um diese Zusamenarbeit zu trainieren. Was also hat mir dieser workshop gebracht?

Nicht so viel von Victoria Brazil herself, sie hatte leider eine andere Gruppe betreut. Dies hat aber dem excellenten Workshop keinen Abbruch getan…

Walter Eppich hat den Workshop geleitet und in Kleingruppen von 6-8 Teilnehmern habe wir die einzelnen Schritte zum effektiven Debriefing diskutiert und im Rollenspiel geübt. Urban Bromberger und ich wollen die Session für Euch zusammenfassen.

Zu Beginn die Essentials: Follow the script. Es gibt gute Debriefing- Hilfen, die den Rahmen vorgeben und sogar die öffnenden Frage vorschlagen, mit denen die einzelnen Phasen des Debriefings durchgeführt werden sollten. Es ist keine Schande, selbst die Fragen von einem vorbereiteten Zettel vorzulesen. Dies wird von den Teilnehmern besser aufgenommen, als unstrukturiert durch die Simulation zu führen. Der Rahmen, der durch das Prinzip „PEARLS“ (Promoting Excellence and Reflective Learning in Simulation) gegeben wird, setzt die Struktur. Um tiefer in diese Struktur einzudringen sollte der Artikel von 2015 von Walter Eppich gelesen werden. Wichtig ist es für die Simulation-Session, mit den Teilnehmern einen Rahmen zu vereinbaren und zu betonen, daß jeder gehört werden soll, und die Inhalte der Session vertraulich behandelt werden. Ein Schwerpunkt wurde gelegt auf die Herausarbeitung der Gefühle der Teilnehmer während der Simulation und des Erfragens des „warum?“ in der Situation so gehandelt wurde, wie erfolgte. Jenny Rudolph (Die Jenny Rudolph, die „Debriefing with good Judgement“ geschrieben hat!) hat besonders betont, daß ein „psychological safety environment“ das angstfreie Lernen erst ermöglicht. Zum Ende haben wir in den Kleingruppen Debriefing simuliert.

Ein wichtiger Aspekt des Debriefens ist ein ehrliches Auftreten des Debriefers. Alle Mediziner wollen im Prinzio perfekte Leistungen abliefern. Sich zu überwinden und Fehler einzugestehen, aus denen man lernen kann, funktioniert nur, wenn man sich in der Umgebung wohl fühlt.

Mich hat besonderes die Performance der Dozenten beeindruckt. Extrem strukturiert wurde eine Methode gelehrt. Jeder Schritt im Debriefing ist in einer speziellen Reihenfolge sinnvoll, um den maximalen Lerneffekt zu ermöglichen.

 

Großartiger Workshop und wir freuen uns auf die weiteren SIM Inhalte von #dasSMACC

(xaqu1n, @UBromberger)

 

2017-06-26 18_05_13-Pre-Conference Workshops – Monday, 26 June 2017 - DAS SMACC

Fokussierte Echokardiografie und Ultraschall in der Intensivmedizin

Ich habe einspringender Weise nur den Nachmittagsteil der Point Of Care Ultrasound, POCUS – Serie mitbekommen. 10 Stationen, ca 40 Teilnehmende, Rotation im 12-Minuten-Takt. Das angekündigte Gefühl, „wie in der geschäftigen Notaufnahme“ kam irgendwie hin. Inhaltlich standen, aufbauend auf dem Gelernten im Tagesverlauf (auch präklinische beziehungsweise Notfallsonografie), entweder Fallstudien oder Skills auf dem Programm. Beim fallorientierten Lernen gab es eine kurze Vignette, und zuerst eine Diskussion des klinischen Problems und der Fragestellung an den POCUS. Erst dann folgte durch eine*n Teilnehmer*in die Demo der gewünschten Ultraschallschnitte am gesunden Probanden. Parallel wurden dann passende pathologische Befunde gezeigt und diese im Kontext des Falls diskutiert, einschließlich klinischer Interpretation und gegebenenfalls Handlungskonsequenzen.

Morten b workshop

Morten Bøtker: „Get back to the basics – And I don’t mean basics of POCUS. I mean your clinical basics.“ Auf Deutsch: Vergesst bei allem Ultraschall nicht eure ganz normalen Hausaufgaben.

Auch wenn man sicher noch lange an den einzelnen Modalitäten und Ultraschall-Schnitten selbst feilen könnte, fand ich diesen Aspekt extrem wichtig als Abschluss der Session. Der Blick wird von der Bilderzeugung etwas weg-, und hin zur Integration in den klinischen Kontext gelenkt. Manchmal reicht – bei aller Berechtigung eines ordentlichen Qualitätsanspruchs ans Bild – auch eine unvollkommene Darstellung, wenn sie meine klinische Frage suffizient beantwortet. Das belegten die Teilnehmenden auch direkt: bei aller Heterogenität der Gruppe hat jede*r die vorhandenen Infos für das eigene klinische Denken und Handeln auf jedem Erfahrungslevel nutzen können.

Gefallen hat mir die detaillierte und strukturierte Vorbereitung des Workshops durch die Organisatoren (es geht ja noch weiter im Hauptprogramm, mit SonoBytes und im Sim-Haus!), das große und herzliche Engagement der Faculty. Ebenso engagiert und leidenschaftlich waren die Teilnehmer*innen, die gerade beim fallorientierten Training als Teams auftreten und sich gegenseitig helfen konnten. Abgerundet wurde das ganze mit einem kleinen Wettbewerb über Punktewertung an den einzelnen Stationen (Qualität der Bilderzeugung, Bildinterpretation, klinische Integration, Bonuspunkte für Abgefahrenes und Fortgeschrittenes): 2 Siegerteams haben smacctastische T-Shirts errungen.

Fazit:

Zeitlich straffer aber sehr gelungener, gut organisierter Ultraschall-Workshop. Hat die Wichtigkeit der Anbindung von POCUS an den klinischen Kontext gut fassbar gemacht und didaktisch effektiv genutzt. Ein kleiner Wettbewerb stärkt die Teamarbeit und sorgt für Stimmung. Gute Idee für weitere Workshops. Merken. /DoD

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Simulation zum Selbstbauen

Simulation ist für akutmedizinisches Training, und auch sonstwo, ein großartiges Werkzeug. Diagnostik, Handlungsabläufe, zeitkritische gefährliche und/ oder invasive Maßnahmen, Teamarbeit und die klinische Entscheidungsfindung lassen sich standardisiert trainieren, ohne dabei Probanden oder Patienten in Gefahr zu bringen. Über das fallbasierte Lernen im Team hinaus fördern Simulatoren und Phantome auch selbst gesteuertes, „freies“ Lernen, self directed learning, einzelner Skills. Das macht die Lernenden unabhängiger von festen Terminen, der Anwesenheit von Probanden und Instruktoren und hilft so, die wertvolle Hands-On-Zeit später im Team optimal auszunutzen.

Das Spektrum verfügbarer Simulationssysteme oder besser -konzepte im klinischen Kontext ist breit. Je nach Anwendung, Bedarf, Zielsetzung und  nicht zuletzt vorhandener Ressourcen kommen rein bildschirmbasierte Übungen zum Einsatz, oder aber Full Scale Simulatoren im voll ausgestatteten Simulationslabor. Längst gibt es dazu Simulationsforschung, eine eigene Szene von Anbietern und Anwendern, eine ganze Industrie.

Aus der notfallmedizinischen Ausbildung ist Simulationstraining verschiedenster Art nicht mehr wegzudenken. Eine gute Sache also. Aber warum haben wir dann so wenig davon? Diejenigen, die ihre Lehrangebote durch Simulation unterstützen, wissen es zu gut: Simulation ist mitunter sehr anspruchsvoll und aufwändig: personell, finanziell und natürlich zeitlich. Kommerziell erhältliche Systeme für Reanimationstrainings zum Beispiel sind technisch unglaublich weit entwickelt, kosten aber auch Tausende Euros, und die korrekte Anwendung erfordert einiges an Know-How.

In dieser Reihe soll es Infos rund um Simulation geben – und einen besonderen Schwerpunkt: Do It Yourself! Nicht jeder Standort kann sich überhaupt teure Simulationstechnik leisten. Nicht jeder will und kann sein teures Equipment Hunderten von Lernern, zum Beispiel Studierenden semesterweise, zugänglich machen, und damit dem Verschleiß preisgeben. Oder gar mit nach Hause geben? Unerhört.

Dabei ist das doch, was die Zielgruppe braucht, sei es Studierende mit ausgefülltem Curriculum, sei es Kliniker, die im Alltag ohnehin maximal eingebunden sind: niederschwelliger Zugang zu Simulationstechnik, selbständiges Lernen, am besten überall.

Dieser Gedanke ist nicht neu. Es gibt viele Ideen und Ansätze, Simulationsmöglichkeiten günstig und möglichst einfach selbst zu bauen, High Fidelity, Low Cost sozusagen. Die wollen wir hier sammeln und vorstellen. Bastler, aufgemerkt!

pocus-logo

 

DIY-Point Of Care Ultraschall-Simulator

 

Hier findet ihr den Artikel zum Do It Yourself-POC-US Simulator SAM FREI zum download, und hier sind die Erläuterungen von Sono 4 Students Freiburg dazu.

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Die One Minute Ultrasound – Reihe

Die wichtigsten Aspekte verschiedener Point Of Care Ultraschall-Anwendungen, jeweils kondensiert in einer Minute Videomaterial

einschließlich Patientenlagerung und Schallkopfführung, physiologischer und pathologischer Sono-Befunde, findet ihr in der One Minute Ultrasound-Reihe in der englischen Originalfassung hier, verfügbar als App für iOS und Android. Dahinter stehen Matt Dawson und Mike Mallin. Zusammen mit Jacob Avila von 5MinSono sind die beiden Notfallmediziner Autoren des ultrasoundpodcast. Alle drei sind Leiter von Notfallultraschall-Programmen der Universitäten von Kentucky, Utah und Chattanooga/ Tennessee.

Den unverwechselbaren Stil der drei, den für nicht-Natives schwer verständlichen, nuscheligen Kentucky-Akzent von Matt, den Wortwitz und die dortigen Kontexte werden wir kaum adäquat wiedergeben können, weder in den MinutenVideos noch in ausgewählten Podcast-Episoden. Und dann auch noch diese saloppe Art, ungewohnt. Kann man das ernst nehmen? Ja! Die Inhalte der casts sind gut recherchiert, die Evidenz wird mit angegeben und diskutiert, Basis ist die tägliche bettseitige klinische Erfahrung nicht nur der drei Gastgeber, sondern auch der Gastautoren – illustre, führende  Persönlichkeiten der internationalen Notfall- und Intensivmedizin. Wir finden das Material so hilfreich, dass es einen Übersetzungsversuch wert ist, für eine bessere Verfügbarkeit in unseren Breiten, zumal unser German a lot better ist than ihres. Hier werdet ihr also möglicherweise nach und nach Videos der One Minute-Reihe in deutscher Synchronfassung und den einen oder anderen Podcast aus 5MinSono oder ultrasoundpodcast finden – so wie es unsere Zeit und das Engagement der Einzelnen erlauben. Die Idee für die Übersetzungen kommt von Sono4Students Freiburg, die uns – selbst noch am Formieren – zum Warmwerden das eFAST-Video zur Verfügung stellen.