All posts by Joachim Unger

[@xaqu1n] Global health & european Anesthesist. Emergency medicine & prehospital care. Lost in structured communication & dreaming of story telling. #FOAMed #dasFOAM

#debriefingSimulation

Scripted Debriefing nach PEARLS

Debriefing ist der zentrale Teil in der Simulation von medizinischen Settings, bei dem die just gemachte Erfahrung aus der Simulation durch Reflexion in gefestigte Lerninhalte übertragen werden soll. Um dies den Teilnehmern zu ermöglichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Walter Eppich und Adam Cheng haben 2015 mit PEARLS (Promoting Excellence and Reflexive Learning in Simulation) ein Debriefing-Script veröffentlich, in dem ein Fahrplan für das Debriefing vorgestellt wird, der mehrere Debriefing-Strategien integriert und Phrasen vorschlägt, mit denen die einzelnen Schritte eröffnet werden können. Dies gibt dem Debriefer eine gefestigte Struktur, ermöglicht zwischen verschiedenen aktuelle Debriefing- Strategien zu wechseln und beschreibt einen Ablauf, der einen Qualitätsstandard definiert.

Besonders Novize-Debriefer können von einem scripted Debriefing profitieren, da sie

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#desicion-makingfarbenblindMythbusting

Erst essen, dann entscheiden …

Ärzte sind ja rationale Menschen.

Wir entscheiden nach den Daten, die wir erheben, an Hand der Resultate von Untersuchungen und der Befunde und Anamnese, die wir erhoben haben. Alle Patienten sollen die gleiche, gute Behandlung erfahren, wie alle Anderen auch. Ich gebe mir auch jeden Fall Mühe, so gut und so rational wie möglich bei Diagnostik und Therapie zu handeln. Genauso verfahre ich auch nach der Indikation zu stationären Aufnahme oder ambulanten Entlassung oder Untersuchung an Großgeräten. Entscheidend ist die medizinische Indikation an Hand rationaler Kriterien. Das wird unterstützt durch Leitlinien, SOP’s, Empfehlungen von Fachgesellschaften und so weiter und hilft innerhalb robuster Leitplanken sicher richtig zu entscheiden. Read More

#FOAM internationalFOAM's world

Neues aus FOAM’s world #4

Soziale Medien (SoMe) spielen inzwischen weltweit für die medizinische Weiterbildung eine große Rolle. #dasFOAM möchte ein Teil davon sein. Wir beschäftigen uns damit, frei verfügbare medizinische Lehrinhalte (FOAMed = Free Open Acess Medical EDucation) in Deutschland bekannt zu machen und unserer eigenen Inhalte zu verbreiten. Aus diesem Grund wollen wir in regelmäßigen Abständen auch berichten, welche Themen national und international in der Notfall- und Intensivmedizin als FOAM verfügbar sind und unlängst besprochen wurden. Dazu wollen wir monatlich eine Zusammenfassung von interessanten Podcasts, Blogs oder auch Tweets der jüngere Zeit liefern.

  • Iain Beardsell von St Emlyns und Liz Crowe im Gespräch über Burnout.  Hm, dachte ich, hör ich mir das wirklich an? Immer nur well-beeing, soft skills, weinen auf der Arbeit…ich kann es nicht mehr hören. Aber irgendwie mag ich seine Art Podcasts zu machen und habe auf einer Autofahrt reingehört. Exzellent, richtig gut. Liz hat einen PhD über Burnout gemacht und weiss richtig Bescheid. Was ist Burnout? Erschöpfung und Energielosigkeit auf der Arbeit und durch die Arbeit. Es gibt viel Literatur dazu, aber wenig harte Fakten. Wenn man genauer nachfragt, so ist es nicht die Arbeit, die stresst. Die Arbeit kommt erst an 5. Stelle. Die meisten Menschen sind durch Beziehungen gestresst und durch finanzielle Sorgen. Und auch auf der Arbeit ist die Beziehung zu den Kollegen entscheidender, als die Arbeit selbst. Besonders in extremen Arbeitsumfeldern, wie einer Intensivstation sind die meisten Mitarbeiter nicht von der Arbeit gestresst. Nein, die Arbeit füllt sie aus. Macht sie glücklich. Gibt ihnen Sinn im Leben. Was soll man also tun, wenn man mitkriegt, das eine Kollegin, ein Kollege nicht mehr richtig dabei ist und mit dem Kopf woanders oder sonderbar? Man sollte sich auf das Wesentliche konzentrieren? Wann hat man das letzte Mal die Natur wahrhaftig haptisch erfahren und ist barfuß durch eine Wiese gelaufen? Oder hat ein gutes Buch gelesen? …. (JU)
  • Ein weiterer Podcast ist die jüngste Ausgabe von The RAGE Podcast vom 16. Juni 2017, den ich einem ausgewählten Publikum ans Herz legen würde. Ich war bislang davor zurückgeschreckt, mich durch 2 Stunden und 49 min zu hören, aber auf der langen, staugeplagten Rückfahrt von der Ostsee war es endlich so weit. „Three Men and a Microphone“ hält genau das, was er verspricht. Drei Männer im besten Alter (also Mitte/Ende 40), am Scheitelpunkt ihrer Karriere (Plateau oder langsames Decrescendo?), lassen diese in netten Anekdoten Revue passieren und schwadronieren, wie es war, wie es ist und wie es vielleicht in Zukunft besser laufen kann. Tiefgründige medizinische Erkenntnisse sind nicht zu erwarten (außer klare Statements pro SOP’s). Vielmehr aber sind es die Einblicke in die Denkweise von Führungskräfte in der australischen Notfallmedizin mit ihrer angedeuteten Tendenz zur Midlife- Crisis, die das Zuhören für mich attraktiv gemacht haben. Die Erfahrungen sind die Gleichen: In der Weiterbildung wurde man weitestgehend sich selbst überlassen. In der Gegenwart versucht man die bestmögliche Performance abzuliefern. Die Familie hat inzwischen die höchste Priorität im Gegensatz zur Arbeit gewonnen. Und in der Zukunft versucht man weiterhin die nachfolgende Generation auszubilden und fragt sich, ob man unter den gleichen Bedingungen bestanden hätte, wie einige der jungen Kolleginnen und Kollegen das heutzutage tun. Der Reiz dieses Podcasts entwickelt sich insbesondere, wenn man Cliff Reid mit seinen fantastischen Präsentationen in den letzten Jahren verfolgt hat und Brian Burns in der Eröffnung von dasSMACC gesehen hat. Von daher kann man diese 2 Stunden und 49 min auch als www- Debriefing im Sinne der Burnout- Prophylaxe und damit konsequente Umsetzung der obigen Podcast- Empfehlungen (siehe St Emlyns) begreifen. (JU)
  • Schon etwas älter ist der Blogpost sowie Podcast der Kanadischen Kollegen von EM-Cases mit dem Titel „Low and Slow Poisoning“. Im Gespräch mit zwei Fachfrauen des Ontario Poison Control Center am St. Micheal’s Hospital (Dr. M. Thompson und Dr. E. Austin) Arbeiten die Kollegen drei Hauptursachen für Intoxikationen mit der Symptomatik langsame Herzfrequenz und niedriger Blutdruck auf erfrischende und lehrreiche Weise auf. In dem 1:30 h dauernden Podcast werden Symptomatik, Diagnostik wie auch Therapie von Intoxikationen von ß-Blockern, Calcium-Kanal Blockern wie auch Digoxin besprochen. Er beinhaltet aber auch Querverweise zu möglichen Differtialdiagnosen und anderen Vergiftungen. Alles in allem ist Ihnen ein sehr guter und hörenswerter Podcast zu einer doch sonst etwas langatmigen Thematik Toxikologie gelungen welcher sich auf jeden Fall für Anfänger wie auch alte Hasen zur Auffrischung empfiehlt. (JG)
  • Auf wain’s world gibt es zwei Zusammenfassungen und Kommentare zu aktuellen Forschungsergebnissen, die sicher für uns alle interessant sind und in eine größere Diskussion passen:
    • Der eine Artikel befasst sich mit einem CT im Schockraum und untersucht die Dauer bis zur Durchführung eines ersten CTs. Und mich persönliche überrascht es auch, aber das passt zu den bisherigen Forschungsergebnissen: es gibt keinen Benefit. Sicher ein kontroverses Thema, das ja lange klar pro CT im Schockraum beantwortet wurde, was aber wohl so nicht ganz zu halten ist. Ein Vorteil eines CTs in der ZNA ist sicher, dass man schneller an CTs ran kommt. Meist gibt es ja die Absprache, dass die ZNA schon aus organisatorischen Gründen Vorrang hat, aber welche radiologische Abteilung hält sich daran?
    • Der zweite Artikel behandelt den Nutzen eines Bougies in der Notfallmedizin. Sicher etwas, was einem im Alltag bei der normalen Intubation nicht hilft, aber gerade in Kombination mit einem Videolaryngoskop die unmögliche Intubation wieder ins Mögliche bewegt. Ich persönlich nutze den Bougie auch bei Standard-low-risk-Intubationen häufig, alleine schon um die Technik im Notfall sicher zu beherrschen. (FL)
  • Wir hatten ja schon in unserer SMACC-Zusammenfassung darüber berichtet, die Kollegen von foamina haben einen schönen Überblick zu push-dose-Vasopressoren geschrieben. Nachdem ich lange da sehr zurückhaltend war, habe ich mittlerweile immer eine Noradrenalin-Spritze griffbereit. (FL)
  • Und in die meist kurze und nüchterne Zusammenfassung aktueller Forschungsergebnisse auf news-papers.eu hat sich eine gute und realistische Analyse der Publikation und der verbundenen  Limitierungen bei Studien im Bereich der Reanimation eingeschlichen. Eigentlich wurde ja dort 24h und 48h Kühldauer gegeneinander verglichen, aber Michel Bernhard nutzt es, hier einen Einblick in die dahinter liegenden Überlegungen und Probleme zu geben. Absolut lesenswert. (FL)
  • Und ganz frisch: Salim Rezaie von REBEL EM hat die aktuelle Evidenz und Leitlinien/Empfehlung zur Wirbelsäulen-Immobilisation zusammen gefasst. Ist eigentlich ein CME-zertifizierter Artikel und als Weiterbildung gedacht, aber die Zusammenfassung und Analyse der Studien: Großartig! (FL)
#FOAM deutschPräklinikTrauma

„VKU 80 km/h, PKW gegen Baum, zwei Betroffene“

Das ist die Meldung, die ich auf meinem Pieper sehe. OK, denke ich, schön. Zwei Polytraumata. Klassisch, einfach, gut – Primärversorgung und ab in die Rettungsstelle und – Schockraum. Bread & butter, sozusagen. Bei der Anfahrt mit dem NEF sieht man den zerstörten PKW. Ups…, sieht nicht gut aus… Vielleicht doch eher zwei Tote? … nicht mehr so witzig.

Als ich dann aus dem NEF aussteige und zum Einsatzleiter der Feuerwehr gehe, der schon da ist, sagt er mir, die beiden Verletzten seien schon im RTW. Hm, komisch, denke ich, jetzt bin ich aber wirklich mal gespannt, wie die aussehen und steige in den RTW.

Dort sind zwei junge Männer, der Eine liegt auf der Trage, es wird gerade durch die RTW – Besatzung der Blutdruck gemessen. Der Andere sitzt auf einen der Klappsitze und schaut mich an. Ich stelle mich vor: „ Guten Tag, ich bin der Notarzt, Dr. Unger“ und ich frage: „Was ist denn passiert?“ Es stellt sich heraus, die beiden hatten Glück: Bei einem Überholmanöver auf der engen Bundesstraße ist plötzlich Gegenverkehr aufgetaucht. Schockschwere Not. Der Versuch, wieder auf die rechte Spur zurück zu kommen, führte zum Schleudern des Wagens, so dass sie sich mehrfach um die eigene Achse drehten und rückwärts gegen den Baum geprallt sind. Anschließend haben sie sich abgeschnallt und konnten aus dem Wrack steigen. Dem Einen täte die linke Schulter weh… Ich bin sprachlos. Was mache ich jetzt mit den Beiden? Klar, ABCDE, Vitalparameter, Bodycheck. Ist alles in Ordnung und im Normbereich. Wie schwere Polytraumata escheinen die mir nicht gerade. Und jetzt? Ins Krankenhaus, einmal durchchecken. Soll ich den Schockraum aktivieren lassen, für zwei unverletzte Unfallopfer? Das ganze Team runterbestellen, Alarm machen und alle Kollegen von ihrer Arbeit abhalten? Oder setze ich die Beiden in den RTW und lasse sie gemütlich in die Rettungsstelle bringen? Diese Fragen stellt man sich immer mal wieder, wenn man präklinisch unterwegs ist und vor allem muss man sich ständig in der Rettungsstelle rechtfertigen. Entweder dafür, dass man einen Voralarm ausgelöst hat oder eben nicht. Wenn es also nicht eindeutig ist, also kein klinisches Polytrauma vorliegt mit hämorrhagischem Schock, fehlenden Gliedmaßen, Intubationspflichtigkeit oder einem der anderen harten Kriterien der S3 Leitlinie, wie gehe ich dann vor?

Da ich jetzt schon die die S3- Leitlinie Polytrauma erwähnt habe – ich persönlich halte mich strikt daran:

Bildschirmfoto 2017-07-13 um 08.23.31

Geschwindigkeitsdelta 80 km/h – Indikation zur Schockraumversorgung also. Ich verteile die Beiden auf zwei RTW, fahre bei dem mit den Schulterschmerzen mit und melde uns für den Schockraum an.

Warum mache ich das?

Man kommt natürlich damit immer wieder in den Konflikt der Übertriagierung. Die prädiktiven Werte für die Unfallmechanismen, um eine schwere Verletzung vorherzusagen, sind nicht gut. Viele dieser Patienten, die auf Grund der Zusatzkriterien im Schockraum versorgt werden, sind keine echten Polytraumata. Es können aber trotzdem Schwerverletzte dabei sein, was vor Ort ggf. nicht erkannt wird oder erkannt werden kann. Des Weiteren sind Leitlinien Leilinien. Man kann davon abweichen, man muss es nur begründen. Das muss man dann im Zweifeslfalle auch gut können. Und zum Dritten: Schockraum-Training unter Real- Bedingungen. Muss man einfach mal so sagen. Es schadet dem Schockraum-Team nicht, auch dann Patienten nach Schockraum- Kriterien zu versorgen, wenn sich am Schluss herausstellt, dass keine schweren Verletzungen vorliegen. Das nächste echte Polytrauma wird von der Performance profitieren.

In diesem Fall stellt sich heraus – nach der Schockraumversorgung mit allen Fachdisziplinen, FAST Sono, Röntgen, Labor, etc: Der eine Patient hat eine Schlüsselbeinfraktur und bleibt stationär, der andere ist komplett unverletzt und geht gegen ärztlichen Rat nach Hause. Glück gehabt, würde ich sagen.

Ein ganz normaler Notarzt-Einsatz also.

http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/012-019l_S3_Polytrauma_Schwerverletzten-Behandlung_2017-03.pdf

#FOAM deutsch

dasFOAM e.V.

Wir haben einen Trägerverein für unsere Website dasFOAM.org gegründet, um eine unabhängige Finanzierung gewährleisten zu können.

Yeah!

#dasSMACC hat uns zusammengeführt, im wahrsten Sinne des Wortes. Insgesamt konnten wir 24 Gründungsmitglieder gewinnen!

Als Vorstand haben sich Aurelia Hübner, Gorki Sacher (gemeinsamer Vorstand) und Joachim Unger (Kassierer) zur Verfügung gestellt.

Das große Interesse an SMACC (Sozial Media and Critical Care) auch im deutschsprachigen Raum und 24, in Worten vierundzwanzig (sic!), Gründungsmitglieder zeigen uns einfach, wie richtig wir damit lagen, ein deutsches FOAM (Free Open Medical Education) Projekt zu starten. Wenn es noch mehr Kolleginnen oder Kollegen oder Studierende oder Auszubildende aus dem pflegerischen, präklinischen, sanitätsdienstlichen oder medizinischem Bereich gibt (hoffentlich habe ich nichts vergessen…), die uns unterstützen wollen oder Teil unserer Autorengemeinschaft werden wollen, meldet Euch! Ein softer Einstieg wäre der Anschluss an unser Slack- Forum, oder folgt uns auf Twitter und Facebook (und teilt unsere Posts…).

Der Verein dasFOAM e.V. ist gemeinnützig aufgestellt und gegründet zur Bereitstellung der online-Plattform für Autoren aller Bereich, die sich mit Akutmedizin beschäftigen und ihr Wissen und ihre Erfahrung mit Anderen teilen wollen. Schaut es Euch an und wenn Ihr ein Thema habt, das Euch am Herzen liegt, habt keine Scheu Euch daran zu versuchen. Wir stehen Euch in technischen und organisatorischen Fragen zur Seite.

 

 

#FOAM deutschSimulationSono

#dasSMACC day 0

#dasSMACC beginnt – wir wollen darüber berichten!

Vor dem richtigen Start gab es am heutigen Montag eine ganze Reihe an Workshops. Einige von uns waren da und wir wollen unsere ersten Eindrücke und Erkenntnisse mit der #dasFOAM- Welt teilen.

Workshop “LET’S TALK ABOUT IT”: EFFECTIVE DEBRIEFING FOR HEALTHCARE SIMULATION

Für mich war von Anfang an klar, daß ich Victoria Brazil sehen wollte. Ihre Präsentationen auf den SMACC Konferenzen, die ich auf Podcasts gehört hatte, fand ich immer am besten, und ihre empathischen Vorstellungen, wie bei der Diskussion um „tribes in medicine“ von smaccgold waren tolle Besipiele für team-building aus den verschiedenen Fachbereichen mit dem gemeinsamen Ziel, interdisziplinär Notfallpatienten zu retten. Simulation und gerade das Debriefing bieten ideale Bedingungen, um diese Zusamenarbeit zu trainieren. Was also hat mir dieser workshop gebracht?

Nicht so viel von Victoria Brazil herself, sie hatte leider eine andere Gruppe betreut. Dies hat aber dem excellenten Workshop keinen Abbruch getan…

Walter Eppich hat den Workshop geleitet und in Kleingruppen von 6-8 Teilnehmern habe wir die einzelnen Schritte zum effektiven Debriefing diskutiert und im Rollenspiel geübt. Urban Bromberger und ich wollen die Session für Euch zusammenfassen.

Zu Beginn die Essentials: Follow the script. Es gibt gute Debriefing- Hilfen, die den Rahmen vorgeben und sogar die öffnenden Frage vorschlagen, mit denen die einzelnen Phasen des Debriefings durchgeführt werden sollten. Es ist keine Schande, selbst die Fragen von einem vorbereiteten Zettel vorzulesen. Dies wird von den Teilnehmern besser aufgenommen, als unstrukturiert durch die Simulation zu führen. Der Rahmen, der durch das Prinzip „PEARLS“ (Promoting Excellence and Reflective Learning in Simulation) gegeben wird, setzt die Struktur. Um tiefer in diese Struktur einzudringen sollte der Artikel von 2015 von Walter Eppich gelesen werden. Wichtig ist es für die Simulation-Session, mit den Teilnehmern einen Rahmen zu vereinbaren und zu betonen, daß jeder gehört werden soll, und die Inhalte der Session vertraulich behandelt werden. Ein Schwerpunkt wurde gelegt auf die Herausarbeitung der Gefühle der Teilnehmer während der Simulation und des Erfragens des „warum?“ in der Situation so gehandelt wurde, wie erfolgte. Jenny Rudolph (Die Jenny Rudolph, die „Debriefing with good Judgement“ geschrieben hat!) hat besonders betont, daß ein „psychological safety environment“ das angstfreie Lernen erst ermöglicht. Zum Ende haben wir in den Kleingruppen Debriefing simuliert.

Ein wichtiger Aspekt des Debriefens ist ein ehrliches Auftreten des Debriefers. Alle Mediziner wollen im Prinzio perfekte Leistungen abliefern. Sich zu überwinden und Fehler einzugestehen, aus denen man lernen kann, funktioniert nur, wenn man sich in der Umgebung wohl fühlt.

Mich hat besonderes die Performance der Dozenten beeindruckt. Extrem strukturiert wurde eine Methode gelehrt. Jeder Schritt im Debriefing ist in einer speziellen Reihenfolge sinnvoll, um den maximalen Lerneffekt zu ermöglichen.

 

Großartiger Workshop und wir freuen uns auf die weiteren SIM Inhalte von #dasSMACC

(xaqu1n, @UBromberger)

 

2017-06-26 18_05_13-Pre-Conference Workshops – Monday, 26 June 2017 - DAS SMACC

Fokussierte Echokardiografie und Ultraschall in der Intensivmedizin

Ich habe einspringender Weise nur den Nachmittagsteil der Point Of Care Ultrasound, POCUS – Serie mitbekommen. 10 Stationen, ca 40 Teilnehmende, Rotation im 12-Minuten-Takt. Das angekündigte Gefühl, „wie in der geschäftigen Notaufnahme“ kam irgendwie hin. Inhaltlich standen, aufbauend auf dem Gelernten im Tagesverlauf (auch präklinische beziehungsweise Notfallsonografie), entweder Fallstudien oder Skills auf dem Programm. Beim fallorientierten Lernen gab es eine kurze Vignette, und zuerst eine Diskussion des klinischen Problems und der Fragestellung an den POCUS. Erst dann folgte durch eine*n Teilnehmer*in die Demo der gewünschten Ultraschallschnitte am gesunden Probanden. Parallel wurden dann passende pathologische Befunde gezeigt und diese im Kontext des Falls diskutiert, einschließlich klinischer Interpretation und gegebenenfalls Handlungskonsequenzen.

Morten b workshop

Morten Bøtker: „Get back to the basics – And I don’t mean basics of POCUS. I mean your clinical basics.“ Auf Deutsch: Vergesst bei allem Ultraschall nicht eure ganz normalen Hausaufgaben.

Auch wenn man sicher noch lange an den einzelnen Modalitäten und Ultraschall-Schnitten selbst feilen könnte, fand ich diesen Aspekt extrem wichtig als Abschluss der Session. Der Blick wird von der Bilderzeugung etwas weg-, und hin zur Integration in den klinischen Kontext gelenkt. Manchmal reicht – bei aller Berechtigung eines ordentlichen Qualitätsanspruchs ans Bild – auch eine unvollkommene Darstellung, wenn sie meine klinische Frage suffizient beantwortet. Das belegten die Teilnehmenden auch direkt: bei aller Heterogenität der Gruppe hat jede*r die vorhandenen Infos für das eigene klinische Denken und Handeln auf jedem Erfahrungslevel nutzen können.

Gefallen hat mir die detaillierte und strukturierte Vorbereitung des Workshops durch die Organisatoren (es geht ja noch weiter im Hauptprogramm, mit SonoBytes und im Sim-Haus!), das große und herzliche Engagement der Faculty. Ebenso engagiert und leidenschaftlich waren die Teilnehmer*innen, die gerade beim fallorientierten Training als Teams auftreten und sich gegenseitig helfen konnten. Abgerundet wurde das ganze mit einem kleinen Wettbewerb über Punktewertung an den einzelnen Stationen (Qualität der Bilderzeugung, Bildinterpretation, klinische Integration, Bonuspunkte für Abgefahrenes und Fortgeschrittenes): 2 Siegerteams haben smacctastische T-Shirts errungen.

Fazit:

Zeitlich straffer aber sehr gelungener, gut organisierter Ultraschall-Workshop. Hat die Wichtigkeit der Anbindung von POCUS an den klinischen Kontext gut fassbar gemacht und didaktisch effektiv genutzt. Ein kleiner Wettbewerb stärkt die Teamarbeit und sorgt für Stimmung. Gute Idee für weitere Workshops. Merken. /DoD

#FOAM deutschSimulation

Ablaufbeschreibung einer Simulation

Eine Simulationseinheit läuft nach einen Schema ab, das sich mehr oder weniger immer gleicht. Ziel ist es, in der Simulation die Fehler zu machen, die man am echten Patienten vermeiden sollte, um daraus angstfrei zu lernen. Für eine effektive Simulationseinheit plane ich ca. eine Stunde ein. Für Skill- Trainings oder ACLS- Training kann man die Einheit auch in kürzerer Zeit durchführen, wenn das Team daran gewöhnt ist.

In der Regel beginnt die SIM- Einheit mit dem Pre-Briefing (Vorbesprechung, Zeitraum ca. 10 min). Dabei wird kurz auf die Theorie der Simulation eingegangen und eine Einführung in die Simulator- Puppe durchgeführt, um die Limitationen der Simulation an der Puppe darzustellen und einer Beschädigung des Trainingsmaterials vorzubeugen. Die Durchführung des Trainings (Szenario, Zeitraum ca. 20 min) beginnt mit der Szenarien- Beschreibung. Nach der Falldarstellung durch die Instruktoren wird die Behandlung des Simulationsfalles durch die Teilnehmer mit den vorgehaltenen Gerätschaften und Medikamenten durchgespielt. Hierbei hält sich das Instruktoren- Team möglichst im Hintergrund, um eine Lösung durch das Teilnehmer- Team zu ermöglichen und achtet auf Ereignisse und Handlungen, die anschließend besprochen werden sollten (z.B. extensives Airwaymanagment unter CPR). Bei technischen oder absoluten Verständnisproblemen muss gegebenenfalls interveniert werden.

Herzstück des Simulationstrainings ist das anschließende Debriefing (Nachbesprechung, Zeitraum ca. 30 min). Dies sollte in einem gesonderten Raum stattfinden und Vertraulichkeit vereinbart werden. Eine moderne Form vom Debriefing ist das „Debriefing with good judgement“ nach dem Prinzip “Advocacy and Inquiry”. Dies bedeutet eine objektive Beschreibung des abgelaufenen Szenarios, mit der subjektiven Beurteilung durch den Instruktor. Meistens fängt man mit der emotionalen Entlastung der Teilnehmer an. Es soll Raum und Zeit gegeben werden zur Schilderung der Eindrücke der Teilnehmer während des Szenarios bezüglich z.B. der Limitationen der Puppe oder des eigenen Handelns. Im Anschluß erfolgt eine Besprechung des Szenarios mit den relevanten Ereignissen. Hierbei werden 3-4 Hauptpunkte, die gegebenenfalls schon angesprochen wurden oder die dem Simulations-Instruktor aufgefallen sind, durchgegangen. Durch den Instruktor wird ein spezifisches Ereignisse aus dem Szenarienablauf als Ablaufbeschreibung objektiv nacherzählt („advocacy“) (z.B. hands-off während Airway-management bei CPR). Wichtig ist anschließend die Evaluation des Rahmens des Verständnisses der Teilnehmer („inquiry“) bezüglich dieses Ereignisses. Hierbei kommt es auf die Vorkenntnisse und bestehenden Fähigkeiten und Erfahrungen, die das Handeln der Teilnehmer beeinflussen, an. Diese individuellen Vorerfahrungen werden mit der Handlung während der Simulation in Verbindung gesetzt. Von dieser erarbeiteten, gemeinsamen Basis kann der Instruktor zur Lehre aus den besprochenen Punkten übergehen. Der Instruktor beschreibt seine Sicht, wie der Fall hätte gelöst werden sollen, um den Teilnehmern vorwurfsfrei Lernen zu ermöglichen (z.B. no-flow-time < 80%, Priorität auf HDM). Im Anschluß an die Besprechung der relevanten Punkte wird der Fall noch einmal zusammengefasst und die Take- home messages formuliert. Eine anschließende Evaluation der Simulation durch die Teilnehmer ist wünschenswert und hilfreich, um die Performance zu verbessern. Ebenfalls kann das Teilnehmer- Team durch die Instruktoren evaluiert werden, um in folgenden Simulations- Einheiten die erkannten Defizite spezifisch angehen zu können.

Literatur

 

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#FOAM international

CPR, Champagne and Currywurst – A short Berlin guide for #dasSMACC

Currywust & Champagne, this is a great option you can taste Saturday mornings at the Kollwitz- Market, where all the bourgeoisie from Prenzlauer Berg go for fresh regional and oecologic food shopping with their toddlers and strollers. If you want to see the real life of medical doctors in Berlin – go there and you will meet me with my wife and our daughters buying regional honey and milk and you will get some handcrafts as a souvenir.

I am a Berlin citizen since 2001 and I got old with the former coolest and hottest district in Berlin (Prenzlauer Berg). For all who are coming to Berlin to visit #dasSMACC, I can show you around to the places I like, but the real cool guys moved along long time ago (->districts of Neukölln, Wedding, etc). You won’t find any recommendations for Berghain in here, you will go there anyway. I am more a sunshine- lover, so my activities are during daylight (though the best time for Berghain is Sunday mornings, they say). I will recommend in this post some places, where you can find the real Berlin life, few nice touristic places and one must-visit location in Berlin.

To start with the must-visit location: It’s the Holocaust Memorial. If you want to understand the germans of today you have to go there. In the heart of our capital we have a Field of Stelae and it remains us at the shame and horror our grandfathers did to the jews, the people of europe, the world and ourselfes. Why doesn’t Germany act politically and militarialy concordinant to it’s economic power in the present age? Because we still have in mind what we did in the past. We are still hesitating and trying to avoid physical force against someone else. Even though the place is on one side intimidating, on the other side it’s well accepted and a kind of playground for visiting school-classes. It’s really impressive.

holocaust memorial

Enough of the heavy stuff.

My fist place, I myself explored in Berlin as a visiting school-kid in the 1980ies (born in the west, now living in east-Berlin) was the white sea in Weissensee where I did a rowboot’s tour over the small sea and had a refreshment at the Milchhäusschen, which still exists and represents the urban life in a fast developing district of east Berlin with a still existing east-Berlin charm. Take the yellow Tram M4 to experience our beautiful east-Berlin transport-system which was replaced in the west by buses during the time of division..

For a different, but just as relaxing event in west Berlin I recommend an excursion to Pfaueninsel Wannsee, a small island in the Wannsee where free living peaufowl walk around and you might find a peacock’s feather. To get there, a tiny ferry takes you over. You will meet in the weekends for sure the real west- Berlin bourgeoisie with their toddlers and strollers, too.

It’s not hard to get good and affordable food in Berlin. If you want to taste „real german“ food, there are plenty Currywurst- possibilities at the street corners. But for the real heavy meet&beer diet you should try a bavarian restaurant like Augustiner at Gendarmenmarkt where you need a taxi reservation afterwards to get to your hotel. It’s really good and friendly and autentic. To get this „bavarian experience“ in a more basic style with a lot of fun, the Hofbräu Berlin is the right place to go. Take a bunch of people, reserve a table and you will dance on it after two Maß of beer to the traditional band playing bavarian folklore (together with the japanese tourist group and other lost souls). I go there once in a while for Sunday morning brunches with the family after parties, because it’s rich and funny.

In case you prefer more light and up-to-date culinary dishes, Cuckies Cream is called the best vegetarian restaurant in Berlin. And the way to get there is very old-style east-Berlin, like it was short after the fall of the wall. It’s not easy to find, located behind dustbins in a dirty backyard, but worthwhile to visit. To feel at home, to get rid of the tourist-feeling for every native english- speaker, Bird-Burger is the place to go. I myself feel always like a Tourist in there, because official language is english. No-one of the staff speaks a word of german. And the Burgers are fantastic. It’s just around the corner of Mauerpark. The park is directly on the old wall- stretch between former east and west Berlin and now populated with young people from all over the world, playing frisbee and having barbequee. Sunday afternoons at Mauerpark is a great Karaoke show in an old atrium, where everybody can try it’s best to entertain the audience. Loud music, tons of people, nice weather and peace. Good place to be, if you don’t leave the city to see the nature (as I do). To continue the roundtrip of the day, go for dinner to Oderberger Strasse, where there is a good original Berlin restaurant (Oderquelle). If you are fine with the meet&beer diet, just across the street you will find a very decent Korean Sushi….

If you want to see the wall in it’s original version, you have to visit Bernauerstrasse. A beautiful memorial with an impression of former times. Actually the restored wall starts at Mauerpark and you can walk down the street to a memorial center. I pass the wall always by bike on my way to the city centre and I am still impressed. The former wall is on the eastern side of the road and storries tell of old west- ladies with their dogs, who still refuse to cross the street, because „there is east Berlin“.

mauerstreifenTo relax after a day-long sightseeing you have to go to Beach Mitte  for barefoot- volleyball in a sandy beach- location with cool Berlin inhabitants. It’s open air and a grat exhibition of the latest tatoos, pircings and styles.

beach mitte

Furthermore, I like the SPA and Sauna culture of Berlin, so if you need a day off, you should try Vabali SPA near the Main Railway station in Berlin Mitte. To immerge into the local scene, there is a backyard sauna in Rykestrasse, where you can meet the bohemians from the Kollwitz market again (and me).

Getting around in Berlin is easy by Metro- Tram, Bus, Underground and Railway, but the best way to get a feeling for the city is a roundtrip by bike. There are several agencies with guided bike-tours like Berlin on Bike. A cool alternative is also taking a boat trip on the river Spree.

For an evening chill-out at the Spree, I love definitivley the Holzmarkt– area. There you will find the young folk hanging around with a drink and there are several different possibilities to take away a pizza, burgers or a currywurst…

Enjoy the city

holzmarkt

I just forgot the CPR section: When you still have time to show up at #dasSMACC at Tempodrom we see you there

Jo

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#FOAM deutschfarbenblindKlinik

Gettofaust für die Hand- Hygiene

Hygiene – was für ein schönes Wort…

Wer macht das eigentlich, diese Händedesinfektion? Wenn man der WHO Glauben schenken will, dann sollten vor und nach jedem Patientenkontakt die Hände desinfiziert werden sowie vor einer Prozedur am Patienten und nach jedem Kontakt mit Patientenflüssigkeiten oder Ausscheidungen. Darüber hinaus sollte eine Händedesinfektion stattfinden, nach dem Kontakt mit Gegenständen, die zum Patienten gehören. Nachweislich können so nosokomiale Infektionen verringert werden.

Ignaz Semmelweis, der „Retter der Mütter“ hatte es vorgemacht. Da die Sterblichkeit in dem Geburtshaus in Wien im 18. Jahrhundert zu hoch war, in dem Medizinstudenten und Assistenzärzte arbeiteten, führte er die Händedesinfektion mit Chlorlösung ein, die vor jeder Untersuchung einer Patientin durchgeführt werden musste. Damit senkte er die Sterblichkeits-Rate der Wöchnerinnen exorbitant. (Es heisst von bis zu 30% Letalität auf unter 2%). Die Erreger kamen anzunehmender Weise aus der Pathologie, wo die Ärzte regelmäßig die verstorbenen Wöchnerinnen sektioniert hatten…

So große Sprünge können wir heutzutage nicht mehr bewirken, aber kleine Gewinne in der Qualität der Patientenversorgung führen auch Schritt für Schritt zu großen Erfolgen.

Die Arbeitsgruppe von Mela und Whitworth hat 2014 einen Artikel veröffentlicht, der zumindest das Thema Hygiene nicht mehr so langweilig und trocken erscheinen lässt:

Ein Problem der Weiterverbreitung von Krankheitserregern ist nicht nur die unzureichende und seltene Händedesinfektion, sondern auch die Art der Patienten- Begrüßung und Begrüßung von Kolleginnen und Kollegen. In unserem Kulturkreis ist das Händeschütteln weit verbreitet. Hiermit ist eine große Kontaktfläche und eine relativ lange Kontaktzeit zur Weiterverbreitung von Bakterien und anderen Erregern im Spiel. Dies wurde verglichen mit dem sogenannten „fist-bump“, also dem Aufeinanderstoßen der Fäuste als Begrüssungsritual („Gettofaust“). Die Probanden trugen sterile Handschule, wobei der „Begrüßer“ seine behandschuhten Hände zuvor in apathogener E.coli- Lösung gebadet hatte. Anschließend wurden von dem Begrüßten Handschuh- Abdrücke der Kontaktflächen auf Nährboden gemacht und die Kolonien gezählt. Die Ergebnisse zeigten einen signifikant höheren Bakterientransfer beim Händeschütteln als bei der Gettofaust.

Was sollen wir also aus dieser wissenschaftlichen Untersuchung lernen?

Man sollte vielleicht zum Einen nicht unbedingt jedem die Hand geben, wenn es nicht unbedingt sein muss. Oder: Man muss nicht zu Allem einen wissenschaftliche Veröffentlichung machen. Vielleicht auch: Fist-bump ist eine gute Alternative zum Händeschütteln, wobei grundlegende Verhaltensänderungen nur schwer durchzusetzen sind und dies ein lange andauernder Prozeß sein würde.

Meine Schlußfolgerungen wären: Man könnte auch die Empfehlungen der WHO umsetzen und sich doch einmal die Zeitpunkte zur Händedesinfektion merken…Vor und nach dem Patientenkontakt, vor Prozeduren und nach Kontakt mit Patientenflüssigkeiten und Patientengegenständen.

Und immer an Semmelweis denken.

 

 

Mela S, Whitworth D. The fist bump: A more hygienic alternative to the handshake. American Journal of Infection Control 42 (2014) 916-7

 

 

 

 

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#FOAM international

Bonus- Tickets für dasSMACC

Für alle, bei denen es sich noch nicht rumgsprochen hat: Im Juni startet das grösste Notfall- und Intensivmedizinische Event des Jahres 2017 in Berlin!

Vom 26.-29. Juni findet dasSMACC im Tempodrom in Berlin statt und wer bis jetzt noch keine Tickets hat, dem bietet sich die letzte und einmalige Gelegenheit noch zuzuschlagen

https://www.smacc.net.au/

SMACC bedeutet „Social Media and Critical Care“ und die Konferenz findet zum 4. Mal statt. Es werden alle, die Rang und Namen haben in der Bloggosphere, auf Twitter und Podcasts in Berlin vertreten sein und jetzt schon die therapeutischen Konzepte diskutieren, die dann in 5 Jahren in unseren Lokalblättern erscheinen. Auch der EuSEM kommt da nicht dran und von den deutschen Konferenzen ganz zu schweigen.

Der einzige Harken ist der Preis und der ist happig und orientiert sich mehr am anglo-amerikanischen Raum…

Das Format ist einzigartig und wird auf einer großen Bühne vor 2000 begeisterten Notfallmedizinern und Intensivmedizinern aus aller Welt ein Spektakel darstellen, von dem man später sagen wird: „Und was hast Du gemacht, als SMACC in Berlin war…?“

Kein Powerpoint- Karaokee, kein Rumgestotter, keine Folien mit unleserlichen Graphiken…. Medizinische Weiterbildung 3.0. Und das vor der Haustür.

Also, wer noch kein Ticket hat – letzte Chance!

#FOAM deutsch#FOAM internationalFOAM's world

Neues aus FOAM’s world #1

Soziale Medien (SoMe) spielen inzwischen weltweit für die medizinische Weiterbildung eine große Rolle. #dasFOAM möchte ein Teil davon sein. Wir beschäftigen uns damit, frei verfügbare medizinische Lehrinhalte (FOAMed = Free Open Acess Medical EDucation) in Deutschland bekannt zu machen und unserer eigenen Inhalte zu verbreiten. Aus diesem Grund wollen wir in regelmäßigen Abständen auch berichten, welche Themen national und international in der Notfall- und Intensivmedizin als FOAM verfügbar sind und unlängst besprochen wurden. Dazu wollen wir monatlich eine Zusammenfassung von interessanten Podcasts, Blogs oder auch Tweets der jüngere Zeit liefern.

(Für alle, deren Interesse geweckt wurde und denen es bei englischen Podcast zu Beginn zu schnell geht, sei das Abspielen in 0.75-facher Geschwindigkeit empfohlen… Funktioniert andersrum genau so: EMRAP auf deutsch höre ich immer auf 1,7 facher Geschwindigkeit)

EM RAP german Podcast März 2017  Tobias Becker, Christian Hohenstein und Thomas Fleischmann diskutieren in einem sehr unterhaltsamen Format jeweils die letzte englische Ausgabe von EM RAP aus den USA. Für mich war die Vorstellung der PECARN Pediatric Head Injury Rule von besonderem Wert. Diese Entscheidungshilfe über eine cCT Diagnostik oder Überwachung bei SHT bei Kindern schaut zunächst auf die schwere der Verletzung: Bei klinischem Schädelbasisbruch u./o. GCS<15 u./o. Verwirrtheit wird ein cCT empfohlen. Dann unterscheidet sie zwischen Kindern über und unter 2 Jahren. Über 2- jährige sollten stationär überwacht werden, wenn ein schwerer Unfallmechanismus (DGU), starke Kopfschmerzen oder Erbrechen vorliegen oder Bewusstlosigkeit vorgelegen hat. Bei unter 2-jährigen sind Hämatomen am Kopf außer frontal, abnormales Verhalten (Eltern fragen), Bewusstlosigkeit >5 sec und ein schwerer Unfallmechanismus (DGU) Indikatoren zur Aufnahme. Dann gab es unter anderem eine Diskussion über eine Patientin mit Atemnot mit einer Stimmlippen- Dysfunktion, die zu inspiratorischem Verschluss geführt hatte. Interessant, dass zunächst ein CT durchgeführt wurde, anstatt gleich fiberoptisch reinzuschauen. Andere Länder, andere Sitten. Hört es Euch an, immer wieder super. (JU)

EMcrit Scott Weingart Podcast #191 Januar 2017  Nicht der jüngste Podcast vom „Master of Podcasting“ Scott Weingart, aber einmal wieder einer mit viel Stoff zum Nachdenken. Es ging um ein Cardiac Arrest update und Scott ist ja wahrlich ein „Early-adopter“. Manches ist vielleicht nicht direkt umsetzbar, was ich aber mitgenommen habe, sind die Ideen zu Therapieversuchen bei therapiefraktärem Kammerflimmern. So wird vorgeschlagen, einen zweiten Defibrillator anzulegen und synchronisiert zu defibrillieren. Ausserdem könnte mit Esmolol versucht werden, das Kammerflimmer zu terminieren. Ein weiterer Tipp, den ich bei uns in der Abteilung gerne einführen würde,  ist eine Pflegekraft als zusätzlichen Pflege-Teamleader zu etablieren. Diese Person wäre verantwortlich speziell für die Organisation und Zeitabläufe: nur kurze Unterbrechungen der Herzdruckmassage sicher zu stellen und auf die zeitgerechten Puls-Checks beziehungsweise Defibrillationen zu achten. („Noch 30 Sek. bis zum nächsten Schock“). Großartige Ideen. (JU)

St. Emlyn’s Podcast Review März 2017  ist ein britischer Podcast aus Manchester. Ich schätze sehr das verständliche, britische Englisch des Podcasts und die Art und Weise, wie dort Notfallmedizin behandelt wird. Das Spektrum reicht von Einsteigerthemen bis zu Diskussionen aktueller Veröffentlichungen. Diese werden in gut 20 min jeweils sehr verständlich mit den wichtigsten Punkten erklärt und Simon Carley (@EMManchester) hat eine hervorragende, didaktische Fähigkeit, komplexe Prozesse auf das Wesentliche herunterzubrechen. Mit einem weiteren Autoren, Ian Beardsell (@docib) werden in diesem Podcast die Inhalte des St EMlyn’s Blog (http://stemlynsblog.org/) des letzten Monates durchgesprochen, für alle diejenigen, die keine Zeit hatten die Posts zu lesen. Unter Anderem wird das Thema Lyse bei Schlaganfall beleuchtet und ein aktueller Review- Artikel nennt die Number-needed-to-treat (NNT) 21, während die Number-needed-to-harm (NNH) bei 17 sei. Die Number-needed-to-kill (NNKill) sei sogar bei 39. Abhängig vom Alter des Patienten und der Schwere des Schlaganfalles sollte eine gemeinsame Entscheidungsfindung mit dem Patienten zusammen erfolgen, ob eine Lyse durchgeführt werden sollte. (JU)

– FOAMina Post Pre-Ox, Ap-Ox, Con-Ox, Re-Ox: Sauerstoffphysiologie in der peri-Intubationsphase:
FOAMina ist ein österreichischer Blog der größtenteils von Anästhesisten bespielt wird. In diesem Beitrag geht es um das brandaktuelle und wichtige Thema Oxygenierung.  Wie bewahrt man einen Patienten während der Peri-Intubationsphase vor einer kritischen Desaturierung? Stefan Heschl (@stefanheschl) beschreibt neben detaillierten physiologischen Überlegungen unter anderem auch den Einfluss von Muskelrelaxanzien und mit welchen Tricks man die Sauerstoffsättigung auch während der Apnoe noch vor dem Abfall hindern kann (kein Succinylcholin dafür eine Nasenbrille mit hohem Flow) . Spannendes Thema und mit relativ wenig Aufwand auch umsetzbar! (FS)

So, liebe Leserinnen und Leser, wenn Ihr also Freude an den vorgestellten Podcasts und Posts gewonnen habt, schaut doch wieder rein, wenn es nächsten Monat wieder heißt: Neues aus FOAM’s world

 

Ansonsten folgt uns auf Twitter oder Facebook

 

 

 

#FOAM internationalIntensivmedizinNotaufnahme

Entwicklungshilfe für die Notfallmedizin

Mein erstes Erlebnis auf dem Begrüßungsabend der developingEM- conference 2016 in Colombo (Sri Lanka) war prägend für den Rest der Konferenz. Kaum war ich angekommen und hatte ein Glas in der Hand, kam ich ins Gespräch mit einem freundlichen älteren singhalesischen Herren, der sich mir als Begründer der Notfallmedizin in Sri Lanka präsentierte. Als ich mich ihm als gefühlter Notfallmediziner aus Deutschland vorstellte, schaute er mich mitleidig an und sagt: „Yo are very far behind in Germany…“ … und Recht hatte er damit. Dr. Dhanapala Rodrigo erklärte mir in seinem Enthusiasmus, wie er vorgegangen war, als er vor Jahrzehnten die Notwendigkeit einer speziellen Notfallversorgung erkannte und in Sri Lanka etablieren wollte. Da er die Widerstände anderen Fachbereiche vorhersah (er ist gelernter Anästhesist), lud er die Kollegen zum Mittagessen ein und… „I served a lot of alcohol…“. Erst dann begann er seine Pläne zu erläutern und vermied den Begriff „Notfallmedizin“, sondern nannte seine neue, geplante Aufnahme- Station „preliminary care“ (vorbereitende Versorgung). Inzwischen hat sich in Sri Lanka ein anerkanntes Weiterbildungsprogramm für den anerkannten Fachbereich Notfallmedizin etabliert. Ein Trainingszentrum in Galle wurde ins Leben gerufen. Des Weiteren komplettieren Strukturveränderungen in Krankenhäusern mit Emergency Departments mit Triage- Systemen und weiterführender Versorgung die Notfallversorgung.

Da dachte ich:

Eine Konferenz dieser Art würde uns in Deutschland auch gut stehen. http://developingem.com/ will aufmerksam machen auf die Bedürfnisse sich entwickelnder Länder in Sachen Notfallmedizin. Die Organisation finanziert sich ausschließlich über die Teilnehmergebühren, ist ohne eigene ökonomische Interessen und ohne industrielle Unterstützung und versucht einen offenen, neuen Weg zu finden, Weiterbildung attraktiv zu gestalten. Für die Besucher der Konferenz aus den Veranstaltungsländern ist die Teilnahme kostenfrei und es werden sogar Reisekostenunterstützungen gewährt. Die Referenten kommen meist aus den Bereichen Notfallmedizin und Intensivmedizin und sind teils hochkarätige Honoratioren aus westlichen Industrieländern und Entwicklungsländern. Damit kommt es zu einer sehr breiten Repräsentation von internationaler, praktischer Notfallmedizin. Die DevelopingEM- Konferenz findet seit 2012 jährlich auf einem anderen Kontinent statt und war bislang in Sydney (Australien), 2x Havana (Cuba), Salvador de Bahia (Brasilien) und im Jahr 2016 in Colombo (Sri Lanka).

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Deutschland ist zwar kein Entwicklungsland im ökonomischen Sinne, was die Etablierung der Notfallmedizin als eigenständiger Fachbereich angeht, aber schon. Dieses Thema war auch Auftakt-Thema des ersten Tages. Gleich zu Beginn der Vorträge wurde mit sinnvollen Ratschlägen von seitens australischer Referenten nicht gespart. Dr. Sue Leraci warnte z.B. vor vielen Dingen, die zu einer Fehlentwicklung in Australien geführt hätten. Der am Meisten gesehene Patient sei der sogenannte „unwell-well“, den wir in Deutschland auch zu Genüge kennen. Nichts wirklich Wichtiges, aber mit der Erwartung in der Notaufnahme werden mal eben schnell alle Gesundheitsprobleme gelöst, an denen sich der Hausarzt schon lange bemüht, sofern man überhaupt Einen hat. Herausgehoben wurde dabei das Rollenverständnis des Notfallmediziners. Die Ausbildung und der Sinn der Notfallmedizin ziele ab auf die unmittelbare Lebenserhaltung der Patienten, die Behandlung zeitkritisch kranker Patienten und die Versorgung von akut komplex-kranken Patienten, die eine stationäre Aufnahme benötigten. Deshalb wäre schlußendlich auch nur ein dreistufiges Triage- System notwendig. (I) akute Lebensrettung (CPR, Atemwegsmanagement etc.) (II) zeitkritische Erkrankungen (ACS, stroke) und (III) komplexe, akute Erkrankungen, die aber nicht unmittelbar zeitkritisch sind. Alle anderen Patienten könnten auch am nächsten Morgen noch zum ambulanten Arzt gehen (Auf Grund der Vergütungskontroversen zwischen KV und Krankenhäusern könnte sich unser System möglicherweise auch dorthin entwickeln). Des Weiteren machte Sue auf den Umstand aufmerksam, daß die Konzentration aller Notfälle in den Händen der Notfallmediziner in Australien dazu geführt hätte, daß andere Fachabteilungen überhaupt nicht mehr in der Lage seien, Notfälle zu behandeln. Alle akuten Probleme müssten also in der Notaufnahme gelöst werden. Von dieser Entfremdung von Notfallbehandlungen sind wir in Deutschland noch weit entfernt, da sich die meisten Fachgebiete ja als Experten für ihre Notfälle begreifen. Man hat bei uns also noch eher die Schwierigkeit als „Notfallmediziner“ überhaupt Ernst genommen zu werden, solange es nicht um Herzdruckmassage geht. Im Gegensatz dazu wird man gelegentlich aber auch mit der Frage konfrontiert, warum der Fachkollege gerade jetzt herangezogen werden würde.

Ein weiterer Australier, Nick Taylor, war als Medical Programm Director for Education aus Melburne für ein halbes Jahr in Galle (Sri Lanka) im Kayapitya Emergency Department, um Notfallmediziner für Sri Lanka auszubilden. Sein enthusiastischer Bericht lässt sich in seinem post nachlesen (https://srilankaemergency.wordpress.com/2016/09/28/emergency-medicine-australia-sri-lanka-nicholas-taylor/). Soviel sei gesagt, daß er jedem Notfallmediziner die Arbeit dort empfehlen möchte, der schwere Krankheitsverläufe im Endstadium behandeln will, die es im den westlichen Ländern nicht mehr gibt (nichts mit „unwell-well“).

Aus der Sicht Sri Lankas berichtete Chula Goonasekera über die Anlauf- Schwierigkeiten eine Fachgesellschaft mit Ausbildungsprogramm aus der Taufe zu heben. Was dafür notwendig zu sein scheint lässt sich seinem schönen Dia entnehmen.

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Auch in Sri Lanka mussten Widerstände überwunden werden, insbesondere von anderen Fachgesellschaften. Es gab keine Unterstützung, außer von aussen und es bedurfte und bedarf weiterhin einen große Motivation und Energieleistung um die Vorstellung von Notfallmedizin umzusetzen. Auch das ist uns in Deutschland nicht unbekannt.

Der weiter Verlauf der Konferenz war geprägt von hochaktuellen Vorträgen zu „praxis-changing“- Artikeln oder Interventionen und von Beiträgen von Notfallmedizinern aus Süd-Ost Asien. Kollegen aus Cambodia, Pakistan, Nepal und Indien berichteten über ihre Fortschritte in der Bildung eigener notfallmedizinischer Abteilungen oder auch Fachgesellschaften und Weiterbildungsprogrammen. Sehr emotional war die, den Saal zu Tränen rührende, Berichterstattung durch Kathleen Thomas zu dem Bombenangriff der US- Amerikaner auf das Krankenhaus der Ärzte ohne Grenzen (MSF Hospital) in Kundus (Afghanistan), das sie selbst überlebt hatte. Unmittelbar aus der Diskussion zu diesem Thema resultierte eine Petition zu #StopBombingHospitals, die von den Konferenzteilnehmern unterzeichnet wurde. Angriffe durch Kriegsparteien auf Gesundheitseinrichtungen werden immer häufiger registriert und scheinen eine Kriegsstrategie z.B. auch durch Assad in Syrien zu sein.

Ein weiterer, mir persönlich ausserdem noch in Erinnerung gebliebene Vortrag, drehte sich um ein eher westliches Problem. In den USA hat sich die Implementierung des Schmerzes als „5.Vitalzeichen“ und die Adressierung dessen mit Opioiden als inzwischen sehr konfliktträchtig und problematisch erwiesen. Möglicherweise stark Industrie- gesteuert hat sich durch leichtfertige Verschreibung und Werbung bei nicht-malignen Schmerzzuständen eine breite Masse an opioid- abhängigen Patienten entwickelt. Diese treten nicht wie die typischen Junkies auf, suchen aber regelmässig verschieden Notaufnahme auf, um ihren Medikamente zu bekommen.

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Der Musiker Prince könnte zum Beispiel ein Todesopfer dieser Verschreibungspraxis gewesen sein. US-amerikanische Kollegen berichteten, dass diese Patienten große Probleme bereiteten, da sie explizit Opioide haben wollten. Sollten diese nicht verschrieben werden, würde das eine negative Bewertung für den jeweiligen Arzt zur Folge haben. Wenn man weiss, daß in einigen Krankenhaus- Konzernen in den USA der Jahres- Bonus zu 50% über die Patienten- Bewertung über den Arzt bestimmt wird, dann kann man sich das Dilemma vorstellen. Das sind auch Auswüchse eines Gesundheitssystems in eine Richtung, die wir hier nicht erleben wollen.

Ein absolutes Highlight war ein organisierter Besuch der Notaufnahmen des Kinderkrankenhauses von Colombo ( ca. 2000 Betten) und eines Traumazentrums. Das Equipment und die technische Ausstattung ist natürlich nicht so umfangreich, wie man es aus westlichen Krankenhäusern gewohnt ist. Nichtsdestotrotz ist vieles ähnlich. Die Warteräume sind voll, die Patienten werden triagiert und Vitalparameter werden erhoben und es gibt eine Menge pflegerisches und ärztliches Personal, das sich um die Patienten kümmert. Ich habe mir ausser der Rettungsstellen noch das CT, das MRT und die Trauma-Intensivstation angeschaut und war beeindruckt von der Professionalität in den Einrichtungen.

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Was diese Konferenz- Reihe von „developingEM“ wirklich ausmacht, ist die Internationalität und relativen Überschaubarkeit der Teilnehmeranzahl. Man kommt hier mit einem Vortragenden aus Afghanistan, dort mit einem SIM- Trainer aus Singapore oder an anderer Stelle mit einem Teilnehmer aus Groß-Britannien ins Gespräch und kann ein Netzwerk aufbauen und Erfahrungen austauschen. Das hilft mir sehr unsere Arbeit in Deutschland zu bewerten und einzuordnen. Unterm Strich glaube ich, machen wir hier eine gute Arbeit in der Notfallmedizin, auch wenn wir uns nicht „Notfallmediziner“ nennen können. Es ist ungemein wichtig, von denen zu lernen, die schon seit über 30 Jahren als „Emergency physicians“ Erfahrungen gesammelt haben. Im Prinzip kochen die zwar auch nur mit Wasser. Da aber in den Ländern mit dem Fachbereich „Notfallmedizin“ eine strukturierte Ausbildung besteht, sind sie echte Experten und nicht Quereinsteiger, wie alle „Notfallmediziner“ in Deutschland. Damit ist die Versorgungsqualität von Notfallpatienten spezifisch organisiert und gesichert und möglicherweise besser.

Abgesehen von den ausgezeichneten Präsentationen und medizinischen Inhalten kommt so eine Konferenz natürlich nicht ohne soziales Rahmenprogramm aus. Darauf möchte ich aber garnicht eingehen. Bei dem breiten Publikum ist quasi jedes Gespräch interessant und jeder Eindruck nachhaltig. Toll, was die Organisatoren Mark Newcombe und Sanj Fernando wieder auf die Beine gestellt haben. Vielen Dank für die inspirierende Erfahrung und die internationale Gemeinschaft.

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Bis zum nächsten Mal

JU

#FOAM deutsch#FOAM internationalNotaufnahme

Sexueller Missbrauch in der Notaufnahme: David Newman

 

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Ein Skandal erschüttert die internationale Welt der Notfallmedizin.

Dr. David Newman, ein ehemals sehr respektiertes Mitglied der FOAM- community hat im Januar letzten Jahres in seiner Notaufnahme in New York eine junge Patientin zur Schulterreposition mit Propofol betäubt, sie sexuell missbraucht und ihr ins Gesicht ejakuliert. Dafür wurde er im Dezember 2016 von einem Gericht zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, weil er diesen Fall und noch drei weitere Fälle unter der erdrückenden Last der Beweise zugab und durch einen Deal einer 8-jährigen Gefängnisstrafe entging.

Newman war international in notfallmedizinischen Kreisen bekannt, unter anderem für seine Blogposts, seinen Podcast, sein Buch und seine Vorträge für SMACC. Seine Ideen zur Notfallmedizin waren inspirierend und haben auch mich in meinem Denken und Handeln beeinflusst. Dieser sexuelle Missbrauch ändert alles. Die Tat hinterlässt nur ein Gefühl von Abscheu. Ich möchte mir nicht vorstellen, was seine Opfer gefühlt haben mögen. Zu deren persönlichen Betroffenheit kommt dazu eine Erschütterung in das Vertrauen in Notfall- Ärzte. Und es ist eine kontroverse Diskussion im Gange, wie die FOAM- community damit umgehen sollte. Newman’s eigene Internet- Auftritte sind offline. Die Podcasts auf SMACC wurden alle gelöscht. In der FOAM- community wurde und wird um die richtige Abgrenzung zu Newman gerungen und den Konsequenzen aus den Taten, die die Unsicherheit von Frauen in jeder Situation exemplarisch darstellte. Dies hat einen bislang unvergleichlichen Shitstorm hervorgerufen, in dessen Anschluß geklärt war, daß SMACC sich unmissverständlich vom Newman distanziert (hat). Die Diskussion um Sicherheit von Patientinnen in Notaufnahmen, aber auch von weiblichen Teilnehmerinnen auf medizinischen Konferenzen geht weiter…

Die Taten von D. Newman müssen eindeutig verdammt werden. Was ich hiermit tue. Es darf keinen Platz geben für sexuellen Missbrauch in Notaufnahmen oder sonst wo in der Welt. Um Sicherheit in der Notaufnahme zu schaffen, sollte jeder an eigenen Prinzipien festhalten und selbst Missverständnisse vermeiden.

Ich persönlich verfolge schon immer die Maxime, keine Frau zu untersuchen, ohne eine Schwester im Raum zu haben. Damit versuche ich Vertrauen und Klarheit zu schaffen. Darauf sollte man in jedem Fall auch bei Einsatz von Narkosemitteln achten. Ein Problem ist aber auch die Schwierigkeit für Opfern, sich Gehör zu verschaffen. Sexueller Missbrauch ist häufiger, als man denkt. Ich wurde einmal Zeuge von Untersuchen zu sexuellem Missbrauch bei Prämedikationen und der Umgang mit diesen polizeilichen Investigationen ist für alle Beteiligten hochgradig nervenaufreibend. In jedem Fall sollte jedem Verdacht und jeder Anzeige explizit nachgegangen werden. Das sind wir den Patientinnen schuldig. Wer im Vertrauen auf eine ärztliche Untersuchung sich in die Hände von Notfallmedizinern begibt, darf keinen Zweifel daran haben, respektvoll behandelt zu werden. Aus diesem Grunde distanzieren ich mich hiermit noch einmal eindeutig und klar von David Newman und seinen Untaten. Ich hoffe diese Diskussion schärft auch bei uns in Deutschland die Sinne, daß sexueller Missbrauch eine Straftat ist, die auch in Notaufnahmen vorkommen kann. Dem müssen wir alle geschlossen entgegentreten.

Joachim Unger

http://www.kevinmd.com/blog/2016/12/david-newman-betrayed-patients-emergency-medicine.html

PHARM Podcast 158 My Divorce from SMACC

http://www.smacc.net.au/2015/11/dogmalysis-and-pseudoaxioms-by-david-newman/

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