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Sei SMART! Neun Gründe NaCl 0,9% von der Volumentherapie auszuschließen

In Anlehnung an die hier bereits zuvor veröffentlichten Beiträge zum Volumenmanagement und zur Therapie der Hyperkaliämie ist es ein außerordentlicher Glücksfall, dass Josh Farkas  von PulmCrit einen weiteren hervorragenden Post zu diesem Thema veröffentlicht hat, den ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Wie immer als kommentierte Transkription und mit freundlicher Genehmigung des Autors (die Begriffe NaCl 0,9% und (isotone) Kochsalz(lösung) werden im Folgenden äquivalent und austauschbar wechselseitig verwendet):

Die Debatte um Kochsalz- vs. balancierten Infusionslösungen wird ständig weitergeführt. Zwei neue Studien gehen hierzu erneut ins Detail: die SMART und die SALT-ED Studie. Dieser Beitrag soll die aktuellen Kenntnisse, von der Physiologie bis hin zu den Ergebnissen der neuen Studien, zusammenfassen. Read More

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Gewalt

In unser virtuelles Krankenhaus „dasHOSPITAL“ wird durch den Rettungsdienst (RTD) ein Ende 20- jähriger Asylbewerber aus Nigeria gebracht. Er habe mit Suizid gedroht. Der Patient, nennen wir ihn Herrn Azikiwe, spricht gut Englisch und ein wenig Französisch, aber kaum Deutsch. Das initiale Assessment durch den RTD und auch prima vista bei der Übergabe gibt keine Hinweise auf ein A-, B- oder C- Problem. Er erscheint agitiert, aber nicht intoxikiert. Ich bin in der Lage mit Herrn Azikiwe in ein ruhiges Behandlungszimmer zu gehen, bitte eine Schwester mit mir bei ihm zu bleiben und eine weitere einen Psychiater zu holen, da ich die Hoffnung habe, er könnte mich mit psychologischen Deeskalationsmaßnahmen unterstützen und den Patienten auf Suizidalität evaluieren. Ein kurzes Gespräch führt zu Tage, dass die Abschiebung in den nächsten Tagen droht, nachdem der Patient für gut anderthalb Jahre in Deutschland geduldet war und sogar in einer Altenpflegeeinrichtung als Küchenkraft gearbeitet hatte. Er kann es nicht verstehen und möchte lieber sterben, als wieder zurück nach Nigeria geflogen zu werden. „Please kill me, doctor! Cut my throat, you are a doctor, you know how to do it“ schreit er mich an.

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Das BRASH-Syndrom

Bedingt durch die Eintageskonferenz Essentials of EMCrit flogen am 31.01.2018 zahlreiche Tweets zum Thema Hyperkaliämie, Ringer-Laktat, NaCl 0,9% und BRASH-Syndrom durch den Äther. Und somit ist es nach langen Versprechungen und ausführlicher Vorarbeit heute endlich auch bei uns soweit, dass das BRASH-Syndrom, bereits 2016 von Josh Farkas auf PulmCrit vorgestellt, heute auf unserer Tagesordnung steht. Wie immer als freie, transkribierte Übersetzung und natürlich mit freundlicher Genehmigung des Autors.

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Die ADRENAL Studie: Adjuvante Kortikosteroidtherapie bei Intensivpatienten mit septischem Schock

 

Die schon lange angekündigte und von einigen heiß ersehnte  ADRENAL Studie (http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1705835) zur Therapie von Intensivpatienten mit Kortikosteroiden im septischen Schock wurde nun endlich am 19.1.18 in Belfast der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Das Besondere an der Veröffentlichung war nicht nur der Ort Belfast und die dort stattfindende Critical Care Review Konferenz 2018, sondern auch noch das vielleicht erstmalige live streamen der Präsentation auf YouTube. Die Präsentation ist auf der Critical Care Review Seite unter folgendem Link zu erreichen: http://www.criticalcarereviews.com/index.php/2014-07-17-22-24-12/vodcasts  Eine weitere Besonderheit ist die #FOAMed Verfügbarkeit, die die Erreichbarkeit der Daten einem weitaus größeren Publikum ermöglicht.  

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Neues zur Reanimation – Das ILCOR Update 2017

Bisher hat ILCOR, das „International Liason Comitee on Resuscitation“ die Evidenz zur Behandlung des Herz-Kreislauf Stillstandes alle 5 Jahre analysiert und Empfehlungen abgegeben. Diese Praxis hat sich nun geändert und ILCOR wird jährliche neue Empfehlungen veröffentlichen. Wir haben die Empfehlungen aus dem Jahr 2017 für Euch gelesen und zusammengefasst. Read More

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Wie schmeckt ein SBAR?

Wer kennt das Szenario nicht? Man kommt zum Schichtbeginn und es brummt in allen Ecke und Enden. Die Patienten- Tragen und Liegen sind voll und im Wartebereich gibt es keine Stühle mehr. Auf dem Flur stehen Patienten in Rollstühlen und vom Rettungsdienst parken mindestens drei rot-weiße oder gelbe Autos vor der Einfahrt. Es geht zu wie im Bienenstock und man findet kaum seine Kollegen, um die Schicht zu übernehmen. Endlich versammeln sich alle vor einem freien Computer- Terminal und die Schichtübergabe beginnt. Man skrollt sich durch die Patienten-Dateien, ruft gelegentlich Laborergebnisse und Röntgenbilder auf und es wird über den aktuellen Stand berichtet. Währenddessen klingelt das Telefon, der nächste Patient wird reingerollt, die Feuerwehr will einem Patienten ablegen, ein Konsilarzt kommt und fragt wo er einen Patienten finden kann und warum er jetzt wieder sich darum kümmern sollte. Als Nächstes ruft die Chefin an, wie es denn sein kann, daß schon wieder eine demente Patientin in der Altersunit über drei Stunden wartet, die nach einem Sturzereigniss in die Rettungsstelle gebracht worden war…Nach ein paar beschwichtigenden Worten verspreche ich, mich sofort darum zu kümmern.

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Dot und Antidot – Doppelter Gewinn?

Ein wichtiger Punkt in unserer alltäglichen Arbeit klinisch wie präklinisch ist das Management von blutenden Patienten mit Antikoagulantien. Üblicherweise verstehen wir da natürlich im engeren Sinne neben den Kumarin-Derivaten (Phenprocoumon wie Marcumar oder Falithrom) auch die neuen Präparate: ehemals NOAKs (N = neu), jetzt DOAKs (D = direkt). Grundsätzlich ist das Blutungsmanagement oft beschrieben und ausführlich diskutiert. Präklinisch haben wir da wenig Optionen – außer dem üblichen Schockmanagement beim instabilen Patienten. Oder hat wer PPSB oder gar aktivierten Faktor VII auf dem NEF verfügbar? Read More

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Therapie der schweren Hyperkaliämie in der post-Polystyrolsulfonat Ära

Ruft man sich den Hyperkaliämie-Algorithmus des ERC ins Gedächtnis, so erinnert man sich hoffentlich, dass die Therapie derselben prinzipiell auf drei Säulen basiert:

  • Kardioprotektion
  • Kaliumverschiebung in die Zelle
  • Kaliumelimination aus dem Körper

Hinsichtlich der beiden erstgenannten Punkte gibt es meist wenig Diskussionsbedarf, außer vielleicht der Frage wann der beste Zeitpunkt für die Kalziumgabe ist. Aus mir unerklärlichen Gründen besteht die dritte Säule der Kaliumelimination in diesem Algorithmus allerdings lediglich aus Resonium®-Gabe – einem Präparat aus der Gruppe der Polystyrolsulfonate, einem sogenannten Kationenaustauscher, welches die intestinale Aufnahme von Kalium verhindern soll, zu verwenden mittels oraler oder rektaler Applikation –  und Dialyse. Kein Wort zur Gabe von Diuretika. Ist man sich bewusst, dass der Wirkungseintritt dieses Medikaments erst nach einigen Stunden erfolgt (für die rektale Applikation scheint ein in situ Belassen von 9 Stunden ideal) und das Nebenwirkungsprofil bei hochdosierter Gabe suboptimal erscheint, so kommt man unweigerlich zu der Annahme, dass eine akute Kaliumelimination hiermit nicht erreicht werden kann [Kamel et al 2012]. Aufgrund dessen und als weitere Vorarbeit zum versprochenen BRASH-Syndrom möchte ich euch somit gerne erneut einen hervorragenden Post von Josh Farkas von PulmCrit näherbringen, der sich mit der Frage der Kaliumelimination etwas eingehender beschäftigt – wie immer als transkribierte Übersetzung und natürlich mit freundlicher Genehmigung des Autors.  Read More

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Der instabile Lungemboliepatient

Salim Rezaie von REBEL EM hat einen Hintergrundartikel zu seinem Vortrag über den Gebrauch von Thrombolytika bei der nicht-massiven Lungenembolie veröffentlicht. Er hat diesen auf der ACOEP 2017 (Tagung des American College of Osteopathic Emergency Physicians) gehalten, dieser Post stellt eine Zusammenfassung und Referenz zu diesem Vortrag dar – natürlich mit Genehmigung des Autors.

Es gibt viele Klassifikationswege bei der Lungenembolie, aber die beste klinische Definition bezieht sich letztendlich auf die hämodynamischen Auswirkungen.
Beispielsweise kann die massive LE definiert werden als systemische Hypotension (Spontanblutdruck <90 mmHg oder ein Abfall des Spontanblutdruckes um mindestens 40 mmHg für mindestens 15 Minuten) oder als Schock (Gewebehypoperfusion, veränderter Bewusstseinszustand, Hypoxie, Oligurie oder kaltschweißige Extremitäten.)
Es gibt eine zweite Untergruppe von Patienten, die eine Diskussion über die nichtmassive LE rechtfertigt. Diese Patienten sind gekennzeichnet durch das Fehlen systemischer Hypotension (<90 mmHg), haben aber dennoch eine rechtsventrikuläre Dysfunktion/ Wandbewegungsstörungen. Eine rechtsventrikuläre Dysfunktion bedeutet immer eine ernste Obstruktion der Pulmonalarterien und bevorstehendes hämodynamisches Versagen. Read More